Bundesverfassungsgericht

Bushidos Album "Sonny Black" bleibt auf dem Index

epd

Von epd

Fr, 02. Dezember 2022 um 17:25 Uhr

Rock & Pop

Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe hat entschieden. Das Album "Sonny Black" von Rapper Bushido ist zu Recht indiziert worden und darf Minderjährigen weiter nicht zugänglich gemacht werden.

Die Musik-CD "Sonny Black" von Rapper Bushido steht nach einem höchstrichterlichen Urteil zu Recht auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Die Indizierung verletze Bushido nicht in seiner Kunstfreiheit, stellte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss fest.

Das Verfassungsgericht nahm die Verfassungsbeschwerde des Musikers nicht zur Entscheidung an, da sie "keine Aussicht auf Erfolg" habe. Die 2014 erschienene CD beschreibt den kriminellen Lebenswandel der Titelfigur und enthält nahezu durchgängig herabwürdigende und diskriminierende Äußerungen über Frauen und homosexuellen Menschen.

Die Bundesprüfstelle leitete im Oktober 2014 ein Indizierungsverfahren ein und setzte die Musik-CD schließlich auf den Index der Liste für jugendgefährdende Medien. Damit durfte sie Minderjährigen nicht mehr zugänglich gemacht oder beworben oder an sie verbreitet werden.

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte 2019 diese Entscheidung. Die Kunstfreiheit müsse hier zugunsten des Jugendschutzes zurücktreten. Auch das Bundesverfassungsgericht hielt die Indizierung für gerechtfertigt. Das Verbot stütze sich auf Erkenntnisse, dass Kinder und Jugendliche die Texte ernst nehmen und die Taten nachahmen könnten. Die Titelfigur der CD könne ihnen Vorbild sein. Zwar gehöre es zum Gangsta-Rap, Stilmittel wie Gewaltphantasien und Abwertungen von Personen zu verwenden. Bei den gewaltverherrlichenden Texten sei aber nicht ohne Weiteres erkennbar, dass diese satirisch überspitzt oder verfremdet gemeint seien und es sich um Gangsta-Rap typische Wortspielereien ohne Realitätsbezug handeln soll.