Buslinie zur Ergänzung der S-Bahn

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Mi, 16. Oktober 2019

Winden im Elztal

Stellungnahme vom Gemeinderat zu ZRF-Nahverkehrsplan / Beitritt zum Wabe-Projekt .

WINDEN (ban). In seiner Sitzung im Oktober behandelte der Gemeinderat unter anderem die Themen Ausbildungsförderung im Elztal und regionaler Busverkehr. Hinsichtlich der Übernahme der Straßenbaulast für die Ortsdurchfahrt Niederwinden stellte er sich gegen eine Terminsetzung des Regierungspräsidiums.

Zur erstmaligen Beteiligung an den Kosten des Projekts "Ausbildungslotse" lag dem Rat ein Antrag der gemeinnützigen Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (Wabe) vor. Diesem stimmte der Rat nach einer kurzen, klärenden Debatte zu. Die Gemeinde Winden beteiligt sich ab 2020 am neuen kommunalen Finanzierungsanteil des Projekts in Höhe von 25 000 Euro mit einem anteiligen Zuschuss, der sich nach der Einwohnerzahl bemisst. Konkret handelt es sich um einen Betrag von 1742 Euro. Die Zustimmung wurde jedoch nur unter der Bedingung erteilt, dass auch alle anderen Elztäler Gemeinden sich anschließen und das Schulzentrum Oberes Elztal – wie zugesagt – neu in das Projekt einbezogen wird. Frank Dehring, Geschäftsführer der Wabe, hatte den Gemeinderäten zuvor Ziele und Aufgaben des Projekts "Ausbildungslotse" erläutert, dessen Jahresbudget von 93 500 Euro zur Hälfte von der Bundesagentur für Arbeit getragen wird. Weitere Geldgeber waren bisher die Stadt Waldkirch, drei Waldkircher Unternehmen, die Sick-Stiftung sowie der Landkreis Emmendingen, der jedoch per Kreistagsbeschluss seine Beteiligung von 12 500 Euro ab 2020 aufgekündigt hat. Die Wabe sei ein Projekt des Elztals, war dessen Begründung, entsprechend sollten auch die Elztalgemeinden allein dafür aufkommen und den Kreisanteil übernehmen. Pia Lach (SPD) befürwortete die ohnehin nicht hohe Beteiligung Windens an dem "Vorbildprojekt Wabe". Die CDU-Fraktion sprach sich grundsätzlich auch dafür aus. Marita Schmieder (CDU) forderte von Dehring aber die ausdrückliche Zusage, dass auch Kinder und Jugendliche aus dem oberen Elztal begünstigt werden. Dehring teilte mit, dass für Berufserkundungen bisher schon kleine und mittlere Unternehmen im ganzen Elztal einbezogen wurden. Durch die Beteiligung des Schulzentrums Oberes Elztal werden automatisch auch dortige Schüler die Dienste der Wabe nutzen können. Im Projekt "Ausbildungslotse" werden Schüler der Klassenstufen acht bis zehn in Kooperation mit der Handwerkskammer individuell und – bei Bedarf – mit sozialpädagogischer Betreuung bei der Berufswahl unterstützt.

Ergänzende Buslinie Elzach- Bleibach im Halbstundentakt

Vom Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) war der Gemeinderat zu einer frühzeitigen Stellungnahme zum Nahverkehrsplan 2021 aufgefordert. Darin vorgesehen ist nach der Elektrifizierung der Elztalbahn auch eine Anpassung des regionalen Buskonzepts. Konkret soll es – im Rahmen der Schienentaktergänzungsverkehre – eine ergänzende Buslinie zwischen Elzach und Bleibach im Halbstundentakt (Linie 223) geben, wenn im Tagesverlauf die Züge nur stündlich verkehren. Die Linie zur Ortsteileerschließung über Biederbach, Oberspitzenbach und Katzenmoos (Linie 233) soll so geplant werden, dass auch ein Anschluss an Regionalbus und Schiene möglich wird. Schließlich ist als weitere, für das obere Elztal relevante Netzverdichtung eine direkte, halbstündig verkehrende Buslinie von Waldkirch nach Emmendingen (Linie 200) vorgesehen. Der Gemeinderat Winden begrüßte in seiner Stellungnahme alle drei Vorhaben, besonders die bessere Anbindung der Großen Kreisstadt als Standort von Behörden und Schulen. Die nicht akzeptable Schienenverbindung mit Umstieg in Denzlingen würde ersetzt. Den nur zu den Hauptverkehrszeiten vorgesehenen Halbstundentakt der S-Bahn bis Elzach erklärte der Rat aber nicht für ausreichend. Für die neue Buslinie bis Bleibach verlangte er Haltestellen in beiden Ortsteilen. Und die Anbindung von Katzenmoos sollte auch "bedarfsgerecht und zeitnah" zum Schienenverkehr angeboten werden.

Mit Nachdruck abgelehnt hat der Windener Gemeinderat dagegen einen Terminvorschlag des Regierungspräsidiums für die "Bauschau" der Ortsdurchfahrt Niederwinden. Das Regierungspräsidium wollte sie bereits im Frühjahr 2020 durchführen, was Marita Schmieder und Friedhelm Fakler (beide CDU) als verfrüht und nachteilig für die Gemeinde ansahen. Eine Zustandsbewertung und damit eine Ablösungsvereinbarung über die alte B 294, solange noch deren Verkehr darüber rollt, kam für sie nicht in Frage. Dem schloss sich auch Franka Weis (SPD) an. Das Risiko, dass die Gemeinde für erst danach verursachte oder aufgetretene Schäden aufkommen müsste, wollten sie nicht eingehen.