Spiel des Jahres

BZ-Autorin testet die drei fürs Spiel des Jahres nominierten Spiele

Tanja Liebmann-Décombe

Von Tanja Liebmann-Décombe

Mo, 20. Juli 2020 um 06:07 Uhr

Neues für Kinder

Heute, 20. Juli, wurde das Spiel "Pictures" zum Spiel des Jahres 2020 gekürt. Außer "Pictures" waren die Spiele "Nova Luna" und "My City" nominiert. Unsere Autorin hat alle drei Spiele für euch getestet.

Für Taktiker

Tolle Optik, einfache Regeln, viel Tiefgang – das und mehr bietet"Nova Luna". Zentral an dem Spiel ist es, Plättchen zu sammeln und schlau aneinanderzulegen. Die Plättchen haben eine Farbe, eine Zahl und meist ein bis drei Aufgabenkreise, die durch das Anlegen weiterer Plättchen erfüllt werden können. Eine Aufgabe kann etwa lauten, an ein rotes Plättchen ein gelbes Plättchen zu legen. Wer dies schafft und auf dem angedockten gelben Plättchen die Vorgabe hat, ein rotes Plättchen anzuschließen, darf sich richtig freuen. Dann nämlich dürfen auf beiden Plättchen Kreise abgedeckt werden. Fazit: sehr taktisch und spannend; jeder Zug will gut überlegt sein.
"Nova Luna" von Corné van Moorsel und Uwe Rosenberg, erschienen bei Edition Spielwiese/Pegasus Spiele. 1-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 20 Euro.

Für Gestalter

"My City" ist ein Überraschungsspiel. Von Kapitel zu Kapitel werden Umschläge geöffnet, Dinge werden auf die Spielpläne (jeder Spieler hat seinen eigenen Spielplan) geklebt, neue Plättchen und Karten kommen hinzu, alte Vorgaben entfallen. Gelungen ist, dass das sich entwickelnde Spiel sehr eingängige Regeln hat. Zwar sind nach 24 Partien alle Umschläge aufgebraucht. Allerdings können die Spieler dann auf der Rückseite ihrer Spielpläne endlos lange und mit fixen Regeln und Materialien weiterspielen. Das stete Ziel ist es, mit vorgegebenen Gebäude-Plättchen in unterschiedlichen Farben und Formen eine möglichst punkteträchtige Stadt zusammenzupuzzeln. Fazit: Die ersten 24 Partien sind die grandiosesten; wichtig ist es, clever vorauszudenken und beim Ziehen der Baukarten Glück zu haben.
"My City" von Reiner Knizia, erschienen bei Kosmos. 2-4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 30 Minuten je Partie, ca. 35 Euro.

Für Kreative

Die Idee ist cool: Man lege 16 Fotokarten auf den Tisch und verteile an die Spieler unterschiedliche Materialien – etwa Bauklötze oder Schnürsenkel. Anschließend zieht jeder Spieler einen geheimen Code, um zu wissen, welches Foto "seines" ist. Wird es den Spielern nun gelingen, mit ihren zugeteilten Dingen ein ganz bestimmtes Foto nachzubauen? Und können sie die entscheidenden Hinweise "legen", so dass die Mitspieler dieses Foto erraten? Was sich kurios anhört, ist tatsächlich möglich. Unglaublich, auf welch kreative Ideen manche Spieler kommen, um etwa mit Schnüren eine Gießkanne oder ein Eichhörnchen zu legen. Fazit: außergewöhnlich, lustig; Punkte zu machen, ist fast schon nebensächlich.
"Pictures" von Christian Stöhr und Daniela Stöhr, erschienen im PD-Verlag. 3-5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 40 Euro.