Interview

Das Erfolgsgeheimnis für 50 Jahre Ehe: "Man darf nicht nachtragend sein"

Herbert Trogus

Von Herbert Trogus

Do, 25. April 2019 um 11:19 Uhr

Vogtsburg

Die Goldene Hochzeit konnten dieser Tage Roswitha und Friedrich Schill feiern, die sich vor 50 Jahren in Oberbergen das Jawort gaben. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt Roswitha Schill.

Vor 50 Jahren haben sich Friedrich Schill und Roswitha Schill, geborene Hassler, auf dem Standesamt in Oberbergen das Jawort gegeben. In der St. Mauritiuskirche wurde dem Paar von einem befreundeten Pfarrer das Eheversprechen abgenommen. Zur goldenen Hochzeit gratulierten Bürgermeister Benjamin Bohn, der stellvertretende Ortsvorsteher Florian Schneider und zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Vereinen.

BZ: Wie haben Sie sich kennengelernt?

Roswitha Schill: Öfter traf ich mich mit meiner Freundin in Achkarren, wo im Winzersaal ein Tanzabend stattfand. Auch Friedrich war eines Abends zugegen. Wir tanzten mehrmals miteinander und trafen uns danach öfter.

BZ: Was hat Ihnen an Ihrem Partner damals besonders gut gefallen?

Roswitha Schill: Es war ein junger, schmucker Mann. Wir waren uns gleich sympathisch, es war Liebe auf den ersten Blick.

BZ: Was war der schönste Tag in Ihrem Leben?

Roswitha Schill: Als unsere Tochter bei einer sehr schwierigen Geburt ein gesundes Kind zur Welt gebracht hat.

BZ: Was würden Sie jungen Paaren mit auf den Weg geben?

Friedrich Schill: Wenn irgendwie möglich, sich bei Meinungsverschiedenheiten nicht gleich zu trennen, sondern gemeinsam die Probleme zu lösen.

Roswitha Schill: Man darf nicht nachtragend sein, sondern sollte miteinander reden.

BZ: Was war Ihr Rezept, um 50 Jahre gemeinsam durch das Leben zu gehen?

Roswitha Schill: Zusammenstehen und offen mit dem Partner umgehen.

BZ: Auf was freuen Sie sich jeden Morgen?

Friedrich und Roswitha Schill: Jeden Morgen gesund und munter aus dem Bett zu steigen, um gemeinsam zu frühstücken und um die Badische Zeitung zu lesen.

BZ: Wie haben Sie das goldene Ehejubiläum gefeiert?

Friedrich Schill: Es war ein schöner Tag, für uns wird er unvergessen bleiben. Nach dem Gottesdienst feierten wir zusammen mit unserer Verwandtschaft in Altvogtsburg in einem Gasthaus.
Zur Person

Friedrich (72) und Roswitha Schill (67) haben einen Sohn, eine Tochter und vier Enkel. Friedrich Schill übernahm nach seiner Winzerlehre den Winzerbetrieb seiner Eltern. Nach der Hochzeit übernahm er auch die Obstsammelstelle des Obstgroßmarktes in Oberbergen. Er war Mitbegründer des Winzerkreises und bekleidete zahlreiche Vorstandsämter im Genossenschaftswesen. Seit 1980 bis heute ist er Ortsvorsteher von Oberbergen. Roswitha Schill wurde in Ihringen geboren. Sie ist gelernte Einzelhandelskauffrau und gehört zu den Mitbegründerinnen des Oberbergener Landfrauenvereins.