"Das ist ein Wein für morgens, mittags und abends"

Sabine Model

Von Sabine Model

Mo, 20. Mai 2019

Heitersheim

Die Weingräfler präsentierten in Heitersheimer Weingut Zotz den gelungenen Jahrgang 2018 des Grünen Markgräflers / Ständig wachsende Liebhabergemeinde.

HEITERSHEIM. Sie legten 2007 mit einem kreativen Pilotprojekt die Basis für den Grünen Markgräfler: der Manager Bertold Willi und der Winzer Daniel Feuerstein. Schon im Jahr darauf begeisterten sich acht weitere Winzer für diese Idee. Inzwischen umfasst das Team zehn Weinbaubetriebe. Grundlage für den Grünen Markgräfler sind die gesunden Trauben der uralten Kulturrebe Gutedel. Schonend verarbeitet, wird daraus ein filigran strukturiertes, moussierendes Weinvergnügen, dessen Jahrgang 2018 diesmal im Weingut Zotz in Heitersheim präsentiert wurde.

Die Liebhaberfamilie für den sommerleichten Wein wächst ständig. Zumindest reichte die heimelige Hofatmosphäre zeitweise kaum aus, um alle zu fassen. An zehn Holztonnen standen die Erzeuger, die inzwischen unter Die Weingräfler firmieren. Jeder widmet sich auf seine Weise dem Ausbau des Traubengutes, das idealerweise mit 74 Grad Oechsle geherbstet wird. Der Alkoholgehalt liegt bei allen zwischen zehn und 10,5 Prozent. Die weineigene Kohlensäure wird – so gut es geht – bewahrt und darf bis zu zwei Gramm aufgefüllt werden.

Trotz der strikten Vorgaben ist der Wein so abwechslungsreich wie die Hügellandschaft zwischen dem nördlichsten beteiligten Weingut Ludwig Mißbach in Ebringen und dem südlichsten Wein- und Sektgut Schweigler in Binzen. Sie umschließen den Bereich, in dem sich die Genossenschaft Wein und Hof, Hügelheim, beteiligt sowie die Weingüter Lämmlin-Schindler, Mauchen, Wolfgang Löffler, Wettelbrunn, Rieger, Betberg, Schlumberger, Laufen, Zimmermann, Schliengen, Zotz und Schneider-Pfefferle aus Heitersheim. Im Laufe der Jahre ist ein harter Kern vom Anfang geblieben, manche sind ausgeschieden, andere dazugekommen. Genauso variieren die Aromen, die mehr oder weniger intensiv an Äpfel, Birnen, Nüsse und Zitrus erinnern. Bei einem ist der Charakter ruhiger, beim anderen perlt und prickelt es deutlich im Glas.

Allen gemeinsam ist, dass sich der Grüne Markgräfler bestens etabliert hat. Winzer Karl Ernst Zimmermann weiß auch warum: "Das ist ein Wein für morgens, mittags und abends." Nicht alle aber einige der Erzeuger haben denn auch mittlerweile die Produktpalette auf Rosa Markgräfler und Blauen Markgräfler ausgeweitet. Nach der offiziellen Verkostung des Grünen Markgräflers konnte man sich diese Burgundervariationen der erfrischenden Machart ebenfalls am Weinbrunnen auf der Zunge zergehen lassen. Der historisch zubereitete Zwiebelkuchen oder ein mediterraner Spezialitätenteller boten für jeden ein passendes Appetithäppchen. Den durchschlagenden Erfolg des Sommerweins griff die Band Musica del Mondo mit Evergreens aus aller Welt auf. Und so machte die traditionell reihum veranstaltete, heiter-beschwingte Verkostung erneut eines klar: Die Weingräfler haben nicht nur in ihrem Weinetikett das "ä" keck überkopf designt, sondern auch das Trinkvergnügen auf den Kopf gestellt.