Erfolgsgeschichte

Das Jubiläum

Di, 05. Juli 2011 um 17:38 Uhr

Anzeige Professor Dr. Bernd Martin, Rektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach im Gespräch über das Erfolgsmodell Duale Hochschule und die fruchtbringende Zusammenarbeit mit den beteiligten Ausbildungsunternehmen.



BZ:
Herr Professor Martin, die DHBW Lörrach blickt in diesem Jahr zurück auf ein 30-jähriges Bestehen. Welche Gründe waren und sind entscheidend für den Erfolg der DHBW Lörrach?

Bernd Martin: Zunächst ist unser Duales Modell, die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, seit über 30 Jahren eine große Erfolgsgeschichte für Absolventinnen und Absolventen genauso wie für die beteiligten Unternehmen. Das Zusammenspiel von akademischer Welt und Berufswelt ermöglichte es uns in Lörrach auch maßgeschneiderte, zukunftsfähige Studiengänge zu entwickeln, die dem speziellen Bedarf der Unternehmen unserer Region entsprechen. Eine konsequente internationale Ausrichtung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, ein vorbildliches Qualitätsmanagement und gute Studienbedingungen haben den Ruf der Dualen Hochschule Lörrach in diesem Zeitraum entscheidend vorangebracht. Dazu hat auch maßgeblich der neue Campus Hangstraße beigetragen.

BZ: Wie hat sich die Hochschule in dieser Zeit gewandelt? Worin liegen Ihrer Meinung nach die bedeutendsten Veränderungen?

Bernd Martin: Seit 1997 haben wir die Zahl der Studiengänge mehr als verdoppelt und die Zahl der Studierenden fast vervierfacht. Dies veranlasste die Landesregierung, stark in die Hochschule, in Gebäude und Labore, in die Mensa und Bibliothek, aber auch in Personalstellen zu investieren. Das führt heute zu sehr guten Studienbedingungen mit einer notwendigen Mindestgröße an Professoren, Dozenten, Mitarbeitern und Finanzmitteln. Natürlich hat der europäische Hochschulprozess, Stichwort Bologna-Prozess, mit der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen die formalen Abschlüsse anerkannt und vergleichbarer gemacht sowie die Inhalte gestrafft. Unsere verstärkte internationale Ausrichtung seit 1997 hat nicht nur unseren Ruf und unsere Qualität verbessert, sondern auch die Horizonte der Studierenden und des Lehrkörpers erweitert und wird in Zukunft noch stärker das Gesicht unserer Hochschule prägen.

BZ: Die Curricula der DHBW Lörrach zeichnen sich aus durch grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung. Sehen Sie in der Wissenschaft das Fundament der Industrie oder sehen Sie in der Industrie das Fundament für die Wissenschaft?

Bernd Martin: Beides. Wir lehren den gegenwärtigen Stand von Wissenschaft und Forschung ohne, insbesondere in den Bachelor-Studiengängen, zu stark in die wissenschaftliche Spezialisierung zu gehen. Auf der anderen Seite erhalten wir aus der Industrie, alleine schon durch unsere mehr als 300 Dozenten aus den Unternehmen, vielfältige Impulse über die Anwendbarkeit und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis. In dieser Wechselwirkung wird sich auch unser Auftrag zu kooperativer Forschung abspielen.

BZ: Die DHBW Lörrach betreibt aktive Partnerschaften mit ihren kooperierenden Betrieben. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, wer Ausbildungspartner sein darf?

Bernd Martin: Letztendlich entscheidet der Hochschulrat über die Zulassung der Partnerunternehmen. Es werden dazu vorher diverse Kriterien geprüft, unter anderem, ob eine qualifizierte Betreuung gewährleistet ist, ob die Praxismodule insgesamt angeboten werden können oder ob entsprechende Ausbildungspläne existieren.

BZ: Was verlangen Sie von Ihren Ausbildungspartnern?

Bernd Martin: Die Bereitschaft, die Studierenden während dieser drei Jahre kompetent zu begleiten, in die wichtigsten Unternehmensbereiche einzuführen, sie an interessanten kleineren oder größeren Projekten arbeiten zu lassen und ihre Sozialkompetenzen zu fördern. Natürlich erfolgt dies in enger Abstimmung mit unserer Hochschule unter reger Beteiligung unserer Partnerunternehmen an der Weiterentwicklung der Inhalte und der Strukturen.

BZ: Welche Inputs bekommen Sie von der Industrie für die Ausbildung Ihrer Studenten / Studentinnen?

Bernd Martin: Wir engagieren mehr als 300 Dozenten aus den Unternehmen für spezifische Vorlesungen, zur Betreuung von Studien-, Projekt- und Bachelorarbeiten. Damit erhalten wir aktuelles Know-how aus der Praxis in die Lehre. Die Unternehmen sind Mitglied unserer Hochschule und beteiligen sich in gemeinsamen Gremien, in der Weiterbildung, als Sponsoren. Sie unterstützen Forschungsprojekte, Geschäftsführer halten spannende Vorträge bei uns und unsere Professoren sind im ständigen Dialog mit unseren Partnerunternehmen.

BZ: Was kann die DHBW Lörrach als Hochschule der Industrie bieten, um noch innovativer und erfolgreicher zu werden?

Bernd Martin: Wir bilden zunächst hochqualifizierte Ingenieure, Betriebswirte, Informatiker und weitere Berufe aus, die die zukünftige Entwicklung der Unternehmen maßgeblich mit steuern werden. Dazu gehört auch die berufsbegleitende Weiterbildung durch unsere Masterprogramme wie auch die maßgeschneiderten sonstigen Weiterbildungsprogramme. Wir betreiben Technologietransfer und kooperative Forschung und sind ein gutes Forum des ständigen Austausches zwischen Praxis und Wissenschaft.

BZ: Welche Bedeutung haben dabei auch die neuen Studiengänge wie beispielsweise der internationale englisch-sprachige BWL-Studiengang?

Bernd Martin: Der neue BWL-Studiengang International Business reagiert auf die internationale Ausrichtung vieler, auch mittelständischer Unternehmen. Er stärkt unser internationales Profil und bietet auch ausländischen Studierenden mehr Möglichkeiten. Andere neue Studiengänge, wie beispielsweise im Bereich "Life Sciences" oder Spezialisierungen in der Elektrotechnik und Elektronik sowie im Maschinenbau sind Spiegelbild des hohen Bedarfs an Fachkräften in wichtigen Industrie- und Dienstleistungsbranchen unserer Region.

BZ: Stichwort Positionierung: Welche Schwerpunkte sollte und wird die DHBW Lörrach in Zukunft setzen?

Bernd Martin: Wir bauen weiter unsere Studiengänge entlang des Bedarfs der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes aus und werden dabei unsere vorbildliche Qualität und die Marke DHBW Lörrach stärken. Die Profile Gesundheitswirtschaft und Life Sciences aber auch die Internationalisierung und Spezialangebote wie zum Beispiel in der Logistik, Tourismus, Informatik oder Personalmanagement, werden an Bedeutung gewinnen und sich in weiteren Masterstudiengängen und in der kooperativen Forschung niederschlagen.

BZ: Wo sehen Sie die DHWB Lörrach in 30 Jahren?

Bernd Martin: Dies ist ein sehr langer Zeitraum. In den nächsten 5-10 Jahren werden in Lörrach mehr als 2.000 Studierende in mehr als 20 Bachelor- und Masterstudiengängen studieren. Die kooperative Forschung wird eine gewichtigere Rolle spielen. Die regionale und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Hochschulen im Dreiland werden weiter vorangetrieben sein. Die Duale Hochschule Lörrach ist für die Unternehmen, auch mit Blick auf den Fachkräftemangel, aber auch in Bezug auf Technologie- und Wissenstransfer der Partner.

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