"Das sind nicht nur laaaaaagsame Bewegungen"

Emily Randazzo, Klasse E4, Reinhold-Schneider-Schule

Von Emily Randazzo, Klasse E4, Reinhold-Schneider-Schule (Freiburg)

Fr, 27. November 2020

Zisch-Texte

ZISCH-INTERVIEW mit Calogero Randazzo, der als Tai-Chi-Lehrer arbeitet, über seine Sportart und deren Vorteile.

Zisch-Reporterin Emily Randazzo aus der Klasse E3/4 der Reinhold-Schneider-Schule in Freiburg-Littenweiler hat ihren Vater Calogero Randazzo interviewt. Er ist Meisterschüler im traditionellen Tai Chi Chuan.

Zisch: Was ist Tai Chi?
Randazzo: Tai Chi ist eine sehr alte, aus China stammende Kampfkunst, die zur Selbstverteidigung angewandt wurde. Manchmal nennt man es auch Schattenboxen, weil wir uns einen Schatten vorstellen, mit dem wir üben. Im Tai Chi gibt es aber auch Übungen mit dem Säbel, Schwert, Speer oder mit einem Partner. Meistens denken die Menschen, Tai Chi wären nur laaaaangsame Bewegungen. Deswegen sind sie überrascht, dass es auch sehr schnelle Bewegungen und Sprünge gibt.

Zisch: Wie ist es dazu gekommen, dass du Tai-Chi-Lehrer wurdest?
Randazzo: Kampfkünste haben mich schon in meiner Kindheit fasziniert. Aber tatsächlich bin ich erst viel später zum Tai Chi gekommen, um meine Gesundheit zu stärken. Weil mir die Übungen vor 25 Jahren schon direkt großen Spaß gemacht haben, war mein Wunsch, irgendwann selber Tai Chi zu unterrichten.
Zisch: Braucht man eine besondere Ausbildung, um Tai-Chi-Lehrer zu werden?
Randazzo: Wie in jeder Kunst und für jeden Beruf braucht man auch im Tai Chi eine Ausbildung. Es gibt Ausbildungszentren, so etwas wie "Tai-Chi-Berufsschulen", wo man Tai Chi erlernen kann. Traditionell sucht man sich jedoch einen Meister der Kunst, der einen in die Ausbildung nimmt. Man kann sich das wie in den Filmen "Karate Kid" und "Kung Fu Panda" vorstellen. Eine traditionelle Ausbildung bei einem Meister dauert 15 Jahre, und danach übt man sein Leben lang weiter. Ähnlich wie in anderen Berufen, bei denen regelmäßig Fortbildungen besucht werden.
Zisch: Warum ist Tai Chi gut für die Menschen?
Randazzo: Tai Chi fördert die Konzentration, was ja auch in der Schule wichtig ist. Die Übungen lockern die Muskeln und stärken das Gleichgewicht sowie die Beweglichkeit. Vor allem aber bringt es Spaß und gute Laune.
Zisch: Wer kann Tai Chi machen und was braucht man dafür?
Randazzo: Ob alt oder jung, groß oder klein, stark oder schwach, Mädchen oder Junge, Frau oder Mann, sportlich oder unsportlich – Tai Chi ist für alle Menschen gut zu erlernen. Damit kann man auch direkt anfangen, denn man benötigt nur bequeme Sportkleidung und keine spezielle Uniform wie bei Karate oder Judo.