30 Jahre Mauerfall

Der Aufbauhelfer und der Abtrünnige

Andrea Steinhart, Sebastian Krüger

Von Andrea Steinhart & Sebastian Krüger

Sa, 09. November 2019 um 08:00 Uhr

Denzlingen

BZ-Plus Nach dem Mauerfall zog der Denzlinger Jochen Himpele in den Osten. Den umgekehrten Weg nahm Jörg Zepner aus Gundelfingen. Zwei Geschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Der Gundelfinger Jörg Zepner wuchs in Dresden auf, durfte die DDR Ende der 80er verlassen und zog 1997 nach Gundelfingen. Der Denzlinger Jochen Himpele schlug den umgekehrten Weg ein und engagierte sich elf Jahre als Aufbauhelfer Ost in Arnsdorf. Zwei Menschen, zwei Geschichten, die durch den Mauerfall vor 30 Jahren geprägt sind.
Der Aufbauhelfer
Mit 50 wollte Jochen Himpele noch mal etwas Neues ausprobieren. Der Kalte Krieg war beendet, der real existierende Sozialismus lag in Ruinen. Und dem Sozialdemokraten Himpele bot sich die Chance, etwas aufzubauen. Seine Heimatgemeinde Denzlingen knüpfte erste (Brief-)Kontakte mit der sächsischen Gemeinde Arnsdorf – die Telefonverbindungen funktionierten nicht – und beantragte beim Innenministerium in Bonn eine deutsch-deutsche Kommunalpartnerschaft. Himpele geleitete eine Delegation mit 25 Denzlingern nach Arnsdorf. Dort wurde sie in einer Holzbaracke mit Plumpsklo empfangen.

"Die Grenzöffnung hat uns elektrisiert", sagt seine Frau Maria, die damals, vor 30 Jahren, Schulleiterin in Denzlingen war. Die neue Welt, der Wilde Osten – es habe sich eine regelrechte Aufbruchstimmung breitgemacht. Im Westen. In Denzlingen. Welche Veränderungen sie mit sich bringen würde, war dem Ehepaar damals nicht bewusst.

Denn es folgten elf Jahre Fernbeziehung. Jochen Himpele zog 1991 nach Arnsdorf, wurde dort zwei Jahre später Kämmerer. Seine Frau blieb zurück. "Ich hatte keine Chance", sagt sie. Zur Wendezeit habe es im ...

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