Jungtiere

Denzlinger Kleintierzüchter möchten wieder mehr in den Blickwinkel rücken

Claudia Bachmann-Goronzy

Von Claudia Bachmann-Goronzy

Mo, 24. Juni 2019 um 16:00 Uhr

Denzlingen

Die Jugend-Jungtierpokalschau der Kreisverbände Freiburg und Emmendingen fand erstmals beim Kleintierzuchtverein Denzlingen statt. Um neue Mitglieder zu gewinnen, soll es neue Aktionen geben.

Ein Grund dafür, dass die Jugend-Jungtierpokalschau der Kreisverbände Freiburg und Emmendingen beim Kleintierzuchtverein (KTZV) in Denzlingen stattfand, sei sicherlich der nun fertiggestellte Anbau an die Ausstellungshalle, meinte Vizevorsitzender Heiko Will.

Getrennte Bewirtung war möglich

Der Verein habe dadurch die Möglichkeit, eine getrennte Bewirtung anbieten zu können, was bisher nicht möglich war. Im Juli vergangenen Jahres hatten die Bauarbeiten für den Anbau begonnen, dessen Gesamtkosten bei rund 120.000 Euro lagen. Vom Landesverband gab es einen Zuschuss von 20.000 Euro, von der Gemeinde Denzlingen weitere 10.000 Euro. Die restlichen 90.000 Euro investiert der Verein, erläutert Will.

"Viele wissen gar nicht, wie sich so ein kleines Lebewesen anfühlt." Heiko Will
Nachdem auch bei den Kleintierzüchtern in Denzlingen ein deutlicher Mitgliederschwund verzeichnet wurde, setzten sich die Verantwortlichen vor drei Jahren zusammen, analysierten und suchten neue Wege. Mit nur zwei Veranstaltungen im Jahr werde das Gebäude nicht effizient genutzt, war man sich einig, weshalb der Verein nun neue Wege beschreiten will. "Vor allem die Jugend ist uns wichtig", so Will, daher suchte man den Kontakt zu den Kindergärten, um den Kindern den Bezug zu Tieren näher zu bringen. "Viele wissen gar nicht, wie sich so ein kleines Lebewesen anfühlt." Zu Ostern ist im kommenden Jahr angedacht, die Kindergartenkinder auf das Vereinsgelände Zum Einbollen einzuladen, damit die Kinder dort ihren Osterhasen suchen können.

Kleintierzuchtverein leistet Beitrag zum Artenschutz

Mit dieser und weiteren Aktionen möchte der KTZV wieder mehr in den Blickwinkel der Menschen rücken, mehr Aufmerksamkeit und vielleicht auch wieder mehr Mitglieder gewinnen. Denn "viele wissen nicht, dass hier Tiere gezüchtet werden, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen", merkt Will an. Darunter zum Beispiel die sehr alte Hasenrasse "Helle Großsilber" oder auch der zu den Ziergeflügel zählende "Himalaya-Fasan". Damit leistet der KTZV einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, um diese aussterbenden Rassen für nächste Generationen zu erhalten.

Auf eine besondere Veranstaltung freut sich Will schon heute. Am 28. September soll der Anbau offiziell eröffnet werden. Das Rahmenprogramm sieht einen mittelalterlichen Bauernmarkt vor mit ebenfalls mittelalterlichen Rittern, die aus Waldkirch dazustoßen werden.

Jugend-Zeltlager ist in Planung

Des Weiteren ist man aktuell im Gespräch mit dem Landesverband, um im kommenden oder übernächsten Jahr ein Jugend-Zeltlager beim KTZV in Denzlingen zu veranstalten. "Für all das wurde nun investiert", sagt Will, der mit Enthusiasmus die neuen Pläne verfolgt. Er erhofft sich, dass aus den 130 Mitgliedern und zehn Jugendlichen bald mehr werden. Wer die Kleintierzucht zu seinem Hobby machen möchte, bekomme vom Verein die volle Unterstützung.
"Früher war es so, dass die Männer die Züchter waren und die Frauen kümmerten sich um Handarbeit und Kreativität." Jugendleiterin Bärbel Weber-Riesle
Anlässlich der Jugend-Jungtierpokalschau war jedenfalls reichlich Betrieb auf der Vereinsanlage. Viele Besucher freuten sich an den jungen Tieren, viele Kinder nutzten die Gelegenheit, einmal einem Hasen ganz nahe zu kommen und sein Fell zu spüren. Die Jugendleiterin des Denzlinger Vereins, Bärbel Weber-Riesle, die gleichzeitig Kreisjugendleiterin des Kreisverbands Emmendingen ist, hatte für die Kinder eine Bastelaktion vorbereitet: Holzhasen durften mit echtem Hasenfell beklebt werden. Mit der vor einigen Jahren ins Leben gerufene Handarbeits- und Kreativitätsgruppe möchte sie auch eine alte Tradition fortführen. "Früher war es so, dass die Männer die Züchter waren und die Frauen kümmerten sich um Handarbeit und Kreativität", erzählt Weber-Riesle.