Eishockey

Der EHC Freiburg gewinnt das Derby in Ravensburg mit 4:3 nach Penaltyschießen

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 14. März 2021 um 21:03 Uhr

EHC Freiburg

Ohne Dramatik machen es die Freiburger Wölfe derzeit nicht: Gegen die Towerstars gelingt ihnen in der vorletzten Minute der 3:3-Ausgleich. Im Shootout macht dann Jordan George den entscheidenden Treffer.

Zum dritten Mal in dieser DEL-2-Saison besiegte der EHC Freiburg den oberschwäbischen Rivalen Ravensburg Towerstars erst im Penaltyschießen: Am Sonntagabend feierten die Wölfe auswärts einen 4:3 (0:0, 2:1, 1:2, 1:0)-Erfolg und verteidigten so ihren zweiten Tabellenplatz. Das entscheidende Tor für die Freiburger erzielte dabei Jordan George. Zuvor hatten bereits Scott Allen und Andrée Hult jeweils ihr Duell gegen den Ravensburger Torhüter Olafr Schmidt gewonnen. Doch das Penaltyschießen blieb bis zuletzt spannend, weil auch Robbie Czarnik und Joshua Samanski für die Gastgeber trafen. Lediglich Towerstars-Profi David Zucker scheiterte an EHC-Torhüter Enrico Salvarani.

Übrigens: Auch das vierte Spiel zwischen diesen beiden Clubs wurde im Shootout entschieden, am 13. November 2020 gewannen die Towerstars in Freiburg mit 3:2.

Ein Teil der Brisanz dieses Matches in der Ravensburger Eishockey-Arena lag darin, dass der Freiburger Coach Peter Russell an seiner künftigen Wirkungsstätte auftrat und sich auf der Trainerbank mit seinem designierten Assistenten Marc Vonderbrüggen duellierte. Wenig überraschend wurde Russell während der Pressekonferenz gefragt, ob dies alles ein "besonderes Gefühl" in ihm ausgelöst hätte. "Nein", antwortete der Freiburger Trainer, er sei nur darauf konzentriert gewesen, mit seinem Team gegen die Towerstars zu gewinnen.

Schwächephase im Schlussdrittel

Allerdings hätten die Wölfe bereits nach regulärer Spielzeit das Eis als Sieger verlassen können. Ohne den angeschlagenen Torhüter Ben Meisner und den ebenfalls verletzten Stürmer Nikolas Linsenmaier im Aufgebot führte der EHC nach zwei Dritteln verdient mit 2:1. Die Wölfe stellten 40 Minuten lang die spielerisch stärkere und offensivfreudigere Mannschaft und hatten vor allem in Chad Bassen, der in zwei Sturmreihen die Hauptlast der Verantwortung trug, den auffälligsten Akteur.

Doch der Tabellenzweite leistete sich im Schlussdrittel eine rund zehnminütige Schwächeperiode, die ihn fast den Sieg gekostet hätte. Beim Stande von 2:3 gelang dem EHC immerhin das Umschalten auf Offensive, doch allmählich lief den Freiburgern die Zeit davon. Als nur noch knapp zwei Minuten zu spielen waren, nahm Russell eine Auszeit und zeichnete einen bestimmten Spielzug auf sein Coachboard. Nur Sekunden später lenkte Chris Billich den von EHC-Verteidiger Nick Pageau vor das Ravensburger Tor gedroschenen Puck zum 3:3 ein.

In der Verlängerung allerdings mussten die Wölfe eine Unterzahl und mehrere Ravensburger Torchancen überstehen. Der starke Meisner-Ersatz Enrico Salvarani hielt bravourös und wurde von Russell mit einem Sonderlob belohnt.
Statistik

Die Aufstellung des EHC
Tor: Salvarani
Verteidigung: Pageau/Spornberger; Kurz/Brückmann; Kaisler/Neher; Rausch
Angriff: Billich/Hult/Allen; Saakyan/Bassen, Mosey; George/Danner/Wittfoth; Trinkberger, Tschwanow.
Tore:
0:1 Bassen (22. – Mosey, Spornberger)
1:1 Henrion (26. – Samanski)
1:2 Allen (31. – Billich, Kurz)
2:2 Mayer (46. – Stiefenhofer, Bettauer)
3:2 Bettauer (47. – Czarnik, Kozek)
3:3 Billich (59. – Pageau, Hult)
3:4 George (entscheidender Penalty).
Schuss-Statistik: 34:33 (8:11, 11:10, 12:11, 3:1).
Strafminuten: 6 – 8.