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Der Markgräfler Radweg

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Mi, 04. Juli 2012 um 17:20 Uhr

Der Markgräfler Radwanderweg vom Stadtteil Vauban bis nach Staufen eignet sich auf Grund der günstigen Topographie auch für einen Familienausflug mit Kindern per Rad.

Die Reifen aufgepumpt, Flickzeug und Getränke eingepackt, Helm auf, und los geht’s: Vom grünen Stadtteil Vauban ins Grüne. Ziel ist Staufen, denn nach Staufen geht es – so die vier- und fünfjährigen Experten – fast nur bergab. Das ist auch mit einem 16- und einem 24-Zoll-Fahrrad zu schaffen.

Der Reichenbach, der in Freiburg Dorfbach heißt, plätschert heute nur ganz sachte. Der Wasserstand ist niedrig, es ist warm, der letzte Regen liegt schon eine Weile zurück. Schatten. Bäume säumen den Bach, dem wir – mit kurzen Unterbrechungen – bis ans Ende St. Georgens folgen können. "Schau mal, der Graureiher will auch nach Staufen", ruft der Vierjährige. Das riesige Federvieh gleitet elegant übers Bachbett, landet auf einem dicken Ast und beobachtet uns. "Mein Revier!", scheint es uns sagen zu wollen.

Wir radeln weiter, vorbei an kleinen Obst- und Gemüsegärten, Wiesen und den ersten Reben. Die Straße gehört uns, obwohl hier hinter dem St. Georgener Bahnhof auch Autos fahren dürfen. Schnelligkeitstest. Das neue Fahrrad mit Tacho wird ausprobiert: "Wie schnell ist eine Zwei und eine Eins?" Sehr schnell für einen Fünfjährigen.

Vor Leutersberg kreuzen wir die Basler Straße, und plötzlich geht es nicht mehr bergab. Kein Problem mit Gangschaltung, ein Problem ohne Gangschaltung und mit kleinen Reifen. Also fährt Papa den Arm aus, und das Treten fällt wieder viel leichter.

Wir sausen unter der Brücke durch – auf dem Tacho stehen eine Zwei und eine Acht –, bewundern den Wolf, der uns vom Gebäude der Winzergenossenschaft Wolfenweiler aus anheult, und halten uns vor der Bäckerei links. Da steht ja auch schon Staufener Straße auf dem Schild. Wir sind auf dem richtigen Weg – und nach der Unterführung (rechts abbiegen) schon im Grünen.

Links: Büsche, Blumen, Reben, Berg und Wald. Rechts: Maisfelder, Obstbäume, Reben, Berg. Ein Bänkle für die Trinkpause und die Aussicht. Dann fahren die Fahrräder wie von selbst nach Pfaffenweiler. Dort steht ein Berg im Weg. Wer schafft es nach dem Stoppschild – also ohne Schwungholen – bis nach oben zur Kirche? Alle, teilweise mit Hilfe. Mama atmet heftig. In Kirchhofen (rechts in die Herrenstraße) folgt die Belohnung: Wir lassen uns den steilen Hofmattenweg runterrollen bis zur Sparkasse.

Und da steht ja wieder Staufener Straße. Die Kinder nutzen den Gehweg, die Eltern die Straße. Raus aus dem Ort begleitet uns das Dröhnen vorbeirauschender Autos. Der Radweg verläuft neben der Landstraße. Und das Treten wird mühsam. Ein Berg ist zwar nicht zu sehen, in den Oberschenkeln aber doch zu spüren. Papa muss wieder den Arm ausfahren. Dennoch ist es bis in die Fauststadt zu weit. Wir biegen vorher links ab und stärken uns in Kerbers Strauße. "Jetzt hab’ ich wieder Muckis!" Der Vierjährige flitzt auf den Spielplatz. So idyllisch hier, eigentlich sollten wir bleiben. Aber die Muckis halten nicht ewig.

Den letzten Kilometer quälen sich die Kinder zum Staufener Bahnhof. Mit dem Bähnle (Fahrkarten für die Räder lösen!) geht es nach Bad Krozingen, mit dem Regionalexpress nach Freiburg und mit schweren Beinen ins Bett. "Wie weit sind wir heute gefahren?" Der Tacho zählt auch Kilometer: eine Zwei und eine Vier. "Sehr weit für einen Fünfjährigen!"

Weitere Informationen

Das Bähnle zwischen Staufen und Bad Krozingen verkehrt voraussichtlich erst wieder im Sommer 2013. Es sind also ab Staufen etwa vier Kilometer entlang des Flüsschen Neumagen zum Bahnhof Bad Krozingen zurückzulegen.

Radausflüge mit der Familie verlangen vor allem eines: Flexibilität. Das gilt für die Wahl der Strecke ebenso wie für die Zeiteinteilung. Die Stadt Freiburg gibt in der Beilage "Rad tut gut" folgende Tipps:
  • Kinder in die Planung einbeziehen. Wichtig sind Pausen auf attraktiven Rastplätzen.
  • Nicht zu lange und möglichst autofreie Strecken wählen.
  • Abkürzungsmöglichkeiten (etwa per Bahn) einplanen.
  • Spielsachen(Ball, Frisbee) für die Pausen und auch die Zeit im Anhänger einpacken.
  • Wetterfeste Kleidung und Wechselklamotten für kleine Kinder sind ein Muss.
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