Stunde des Triumphes

Der heimliche Sieg des Christian Wulff

Klaus Wallbaum

Von Klaus Wallbaum

Sa, 25. Juli 2009

Deutschland

Er paktierte mit Piëch, verbündete sich mit der IG Metall, gewann die Kanzlerin für seine Interessen - jetzt steht Christian Wulff als blendender Taktiker da. Zur aktuellen Situation sagt Niedersachsens Ministerpräsident nur wenig.

HANNOVER. Christian Wulff ist klug genug, gerade in der Stunde des Triumphes bescheiden und zurückhaltend zu bleiben. Nach dem Ende des Machtpokers um VW und Porsche, aus dem der niedersächsische Ministerpräsident als Sieger hervorgegangen ist, schaut er ernst in die Kameras und betont, wie wichtig es doch sei, dass sich alle als Gewinner fühlen könnten. Viel mehr will Wulff nicht zur aktuellen Situation sagen. Er möchte seinen Gegnern keine Angriffsflächen bieten.

Der Ministerpräsident aus Niedersachsen, der noch vor einem Jahr alle über sein Amt in Hannover hinausgehenden Ambitionen zurückgewiesen hatte mit der Bemerkung, er sei kein Alphatier, steht zwei Monate vor der Bundestagswahl plötzlich als geschickter politischer Stratege da. Wochenlang hatte es ein Gerangel um die Macht im Autokonzern gegeben. Dabei ging es auch um die Frage, ob die Entscheidungszentrale für Porsche und VW eher bei Porsche liegen sollte, also in Stuttgart, oder bei VW, also im niedersächsischen Wolfsburg.

Da die Politik kräftig mitmischte, wurde der Konflikt sogar zu einem Zwist zwischen zwei seit Jahren befreundeten CDU-Politikern stilisiert: Günther Oettinger, Regierungschef von Baden-Württemberg, und Christian Wulff, sein Kollege in Niedersachsen. Die beiden waren einst, als Helmut Kohl noch Kanzler war, die "jungen Wilden", und sie waren durch eine Männerfreundschaft verbunden, die nach dem Ziel einer gemeinsamen ...

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