Pflege

Häufig betreuen Frauen aus Osteuropa deutsche Senioren

Bernhard Honnigfort

Von Bernhard Honnigfort

Di, 11. September 2018 um 14:59 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Häusliche Pflege kostet in Deutschland viel Geld. Deshalb kommen viele Hilfskräfte aus Osteuropa hierher. Vieles läuft illegal und unter der Hand, aber anders geht es wohl kaum noch.

Im vergangenen Herbst musste es plötzlich schnell gehen. Der Tag war gekommen, den Julia Geerdes* immer gefürchtet hatte. Ihre Mutter war gestürzt und nicht mehr auf die Beine gekommen. Die 91-jährige Frau hatte vielleicht stundenlang auf der Terrasse hinter ihrem Haus gelegen, ein Nachbar fand sie zufällig. Seit mehr als 40 Jahren lebt die alte Dame in ihrem Haus in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Ihr Mann ist früh gestorben, sie hat vier Kinder großgezogen, nebenbei gearbeitet. Die kleine drahtige Frau hat bis vor Kurzem noch alleine eingekauft, für sich gekocht, ihren Garten bestellt. Sie hat sich vor allem nie unterkriegen lassen. Ein Leben lang. Nun ist sie alt und pflegebedürftig.

Ein leichter Schlaganfall vor sieben Jahren hatte sie zwar gebremst und ihr weitgehend die Sprache geraubt. Tochter Julia, mit ihrer Familie 40 Kilometer entfernt lebend, kam seitdem mehrmals die Woche, organisierte den Haushalt und den Pflegedienst, der fünfmal die Woche vorbeischaute und darauf achtete, dass die alte Dame ihre Medikamente einnahm und genug trank. Aber als die Mutter dann stürzte, war klar: Sie kommt allein nicht mehr zurecht. Sie braucht rund um die Uhr Hilfe. Was tun? Für Julia Geerdes und ihre Mutter begann eine Zeit voller Stress und Ärger. Die Mutter wollte nicht aus ihrem Haus. Sie wollte nicht zur Tochter in die fremde Stadt ziehen, sie wollte in kein Heim, sie wollte keine Pflege oder Haushaltshilfe. Sie wollte keinerlei Veränderung.

2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland
"Man braucht Geduld, man redet sich den ...

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