Parteienlandschaft

Piraten: Wer sind wir und wenn ja, wie viele?

Katja Bauer

Von Katja Bauer

Mi, 18. April 2012

Deutschland

Die Piratenpartei wird bestaunt wie ein neues Wesen im alten Politikzoo. Eine Bestandsaufnahme.

Montagmorgen, und Julia Schramm klingt, als brauche sie dringend ein Wochenende. Die Stimme ist heiser und auch ein bisschen matt. "Bin heute etwas empfindlich", hat sie gerade getwittert. "Nach der Kackscheiße von gestern ist es schwer, wieder aufzustehen." Die Kackscheiße – Achtung: Piratenjargon –, das war am Sonntag in Prag. Piraten aus 20 Ländern hatten sich in der tschechischen Hauptstadt versammelt, zur besseren Vernetzung. Und Schramm, 26 Jahre alt, Piratin aus Berlin, rief spontan zu einem Frauentreffen auf. Die Politologin wollte eigentlich über ein drängendes Problem der Partei reden: die fehlenden Frauen. Das Treffen aber gipfelte am Ende irgendwie darin, dass ein Mann einen Vortrag darüber hielt, "wieso Feminismus Bullshit ist". Und dass Schramm den Mann ganz undiskursiv rausschmiss. Und einen Tag später zu folgender Ansicht gelangte: "Bei uns ist der Feminismus ähnlich verschrien wie im 19. Jahrhundert."

Eine junge Partei auf der Suche kann ganz schön anstrengend sein. Nicht nur für müde Talkshowzuschauer, die Fäkalsprache am fortgeschrittenen Abend nicht gewohnt sind. Nicht nur für die erodierende parlamentarische Konkurrenz, die nach der ersten Ratlosigkeit nun gebetsmühlenartig auf fehlende Inhalte verweist und sich neuerdings intensiv mit Netzpolitik beschäftigt. Nein, auch für die eigenen Leute. ...

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