Fall Burak Bektas
Zwei Morde, viele Fragen
Vor vier Jahren wurde in Berlin Burak Bektas erschossen, ein zweiter Mord weist Parallelen auf – gab es rassistische Motive?.
Alles hier in Buraks Zimmer ist unverändert. Ein blasses Plakat für ein Kampfsportevent hängt an der Kleiderschranktür – zärtlich streicht Melek Bektas über den unteren Rand. Dort, im Papier, sieht man eine Fingerspur ihres ältesten Sohnes. Die Tesafilmrolle war leer, da hat Burak ein bisschen Klebstoff an die Schranktür geschmiert und das Plakat festgedrückt. Ein welliges, vom Kleber dunkler gewordenes Oval, ein Abdruck, mehr nicht.
Rita Holland sitzt an diesem Frühlingsmorgen zehn Kilometer Luftlinie entfernt vom Häuschen der Familie Bektas im Saal 500 des Kriminalgerichts Moabit. Vor ihr liegt, sorgfältig laminiert, ein Farbfoto ihres Sohnes Luke Holland, der am 20. September 2015 auf offener Straße ...