Leichtathletik

Die Freiburger Geher Seiler und Dohmann erfüllen Norm und haben beste Chancen, bei Olympia dabei zu sein

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 10. April 2021 um 14:52 Uhr

Leichtathletik

Nathaniel Seiler und Carl Dohmann, in Freiburg lebende Spitzen-Geher, erfüllen am Samstag in Frankfurt die Olympia-Norm. Damit haben sie beste Chancen, bei den Sommerspielen starten zu dürfen.

Die Situation ist nach dem Wettkampf über 50 Kilometer in der hessischen Metropole nicht ganz einfach. Vier deutsche Sportler haben die vom Weltverband vorgegebene Norm-Zeit von 3:50 Minuten nun erfüllt. Weil bei den Sommerspielen in jeder leichtathletischen Disziplin bei Olympia aber nur drei Sportler pro Land starten dürfen, wird einer der vier nicht in Sapporo dabei sein. Bekanntlich sind die Geher- und Marathon-Wettbewerbe wegen der zu erwartenden Hitze und Schwüle in Tokio in das als Wintersportort bekannte Sapporo verlegt worden.

Der Qualifikationswettbewerb am Samstag in war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Da wegen der Corona-Pandemie nur Kader-Athleten zugelassen wurden, hatten nur vier Männer über die längste leichtathletische Olympia-Distanz gemeldet. Die in Erfurt trainierenden Karl Junghannß und Jonathan Seiler sowie die beiden in Freiburg übenden Carl Dohmann und Nathaniel Seiler. Junghannß war der einzige der vier Sportler, der die Norm bereits im vergangenen Jahr erfüllt – mit 3:49:45 Stunden. Ausgerechnet er konnte wegen einer noch nicht auskurierten Oberschenkelverletzung dann aber in Hessens Metropole nicht starten. Und so hat der Deutsche Leichtathletik-Verband ein Luxusproblem über die 50 Kilometer Gehen, das er ansonsten vor allem vom Speerwerfen kennt: mehr Athleten mit erfüllter Norm als Startplätze bei Olympia.

Sicher in Sapporo dabei sein wird Jonathan Hilbert, der in Frankfurt von Anfang an ein hohes Tempo anschlug und nach 3:43:44 Stunden das Ziel nach 25 Zwei-Kilometer-Runden erreichte. In diesem Jahr war noch kein Geher der Welt schneller als der 25-Jährige. Exakt fünf Minuten nach Hilbert kam der ebenfalls 25-jährige Nathaniel Seiler (TV Bühlertal) ins Ziel. Er verbesserte bei Regen, aber angenehmer Kühle in 3:48:44 Stunden seine persönliche Bestzeit aus dem Jahr 2018, erzielt bei der Hitze-EM in Berlin, von 3:54:08 Stunden um 5:24 Minuten. Der WM-Siebte von 2019, Carl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden), ging 48 Kilometer mit seinem Trainingspartner Seiler, verlor auf den letzten zwei Kilometern dann noch zehn Sekunden auf Seiler. Er blieb aber in 3:48:54 Stunden ebenfalls klar unter der zu erfüllenden Norm – und unter der 2020 erzielten Zeit von Junghannß. "Das haben die Seiler und Dohmann ganz diszipliniert und genau nach Zeitplan gemacht", sagte der sichtlich zufriedene Bundestrainer Ronald Weigel.