Immissionen

Die gesetzlichen Feinstaubgrenzwerte werden in Tegernau eingehalten

BZ, Sarah Trinler

Von BZ-Redaktion & Sarah Trinler

Mi, 17. Juni 2020 um 13:03 Uhr

Kleines Wiesental

Die Ergebnisse der ein Jahr andauernden Feinstaubbelastungstests liegen vor. Holzanfeuerungen erhöhen die Immissionsbelastung stark, doch in Tegernau gibt es keinen Grund zur Sorge.

Im Januar 2019 wurde auf dem Rathausplatz in Tegernau eine Messstation von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) aufgestellt, um für ein Jahr lang die Feinstaubbelastung im ländlichen Raum und engen Tälern zu untersuchen (wir berichteten). Die Einheitsgemeinde war als eine von drei Gemeinden im Schwarzwald ausgesucht worden. Nun liegen die Ergebnisse vor: Im Kleinen Wiesental werden die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten.

Einfluss von Holzfeuerungen auf Feinstaubbelastung

Die Gemeinde wurde aufgrund ihrer topographischen Lage (Tallage mit eingeschränktem Luftaustausch) und dem relativ hohen Einsatz von Festbrennstoffen im Gemeindegebiet ausgewählt, teilte die LUBW damals auf BZ-Nachfrage mit. Bürgermeister Gerd Schönbett vermutete, dass die Einheitsgemeinde aufgrund der Hackschnitzelanlage für das kommunale Nahwärmenetz für die Untersuchungen der LUBW interessant geworden war. Mit den Messungen sollte der Einfluss von Holzfeuerungen auf die Feinstaubbelastung untersucht werden. Durch Untersuchungen sei nämlich "ein signifikanter Anteil" von Holzfeuerungen an der Immissionsbelastung von Feinstaub festgestellt worden. Grundlage für die Bewertung der Messergebnisse waren die im Bundes-Immissionsschutzgesetz festgelegten Grenz- beziehungsweise Zielwerte für Feinstaub, die angeben, ab welcher Menge die Gesundheit der Menschen gefährdet wird.

In der Gemeinde Kleinen Wiesental gibt es keinen Grund zur Sorge: Die Jahresgrenzwerte für die Staubinhaltsstoffe Levoglukosan und Kalium wurden eingehalten, teilt die LUBW in einer Pressemitteilung mit. Auch der Grenzwert des krebserregenden Benzo[a]pyrens wurde in der Einheitsgemeinde deutlich unterschritten. Um den Beitrag der Holzfeuerung feststellen zu können, wurde die Levoglucosankonzentration genau unter die Lupe genommen. Denn: Levoglucosan entsteht bei der Verbrennung von Holz. Da es in der Atmosphäre stabil ist, könne laut LUBW somit auf den Holzfeuerungsanteil in der Feinstaubfraktion geschlossen werden.

Der Feinstaubanteil durch die Holzanfeuerung lag zwischen 24 und 27 Prozent

Im Kleinen Wiesental konnte an 141 Tagen ein signifikanter Holzfeuerungsanteil festgestellt werden. Der mittlere Feinstaubanteil durch die Holzfeuerung lag zwischen 24 und 27 Prozent.

"Für die LUBW ist es eine wichtige Erkenntnis, dass die Immissionsbelastung durch Holzfeuerung in den Schwarzwaldtälern ähnliche Werte wie an der kleinstädtisch geprägten Hintergrundmessstation in Gärtringen aufweist", teilte Werner Altkofer, stellvertretender Präsident der LUBW, mit. Zum Vergleich: In Gärtringen (Landkreis Böblingen) liege der mittlere Holzfeuerungsanteil bei 26 Prozent.