Wo Topfdeckel Instrumente sind

Die Musik-Mach-Maschine

Matthias Maier, Natalie Schenk

Von Matthias Maier & Natalie Schenk

Mo, 29. Oktober 2012 um 13:12 Uhr

Neues für Kinder

Mal ein ganz anderes Konzert war am vergangenem Freitag im Freiburger Ensemblehaus zu hören: 15 Kinder aus der Waldkircher Kindertagesstätte Regenbogen brachten eine selbstgebastelte Musik-Mach-Maschine zum Klingen.

Wenn Kinder mit Löffeln, Topfdeckeln und Dosen Musik machen wollen, werden sie meistens sofort von den Eltern unterbrochen. Nicht so am Freitagnachmittag im Ensemblehaus in Freiburg: Die zahlreichen Eltern im Publikum waren von der Vorstellung der Kinder begeistert. Unterstützt wurden die kleinen Künstler von drei Musikern vom Ensemble Recherche. Das Ensemble Recherche ist eine Gruppe von Musikern, die zeitgenössische Musik macht.

Zwei Jahre haben Planung und Bau der Musik-Mach-Maschine gedauert. Von der Größe, passt die selbstgebaute Maschine kaum in ein Kinderzimmer.

Für die einzelnen Teile der Maschine haben die Kinder sich witzige Namen ausgedacht. So bringt der sechsjährige Emil das "Monster Emil" zum Klingen. Das Musikinstrument besteht aus einer Holzfigur, zwei Rädern eines Fahrrads und zwei Damenschuhen, die auf Topfdeckeln aufschlagen.

Emils Lieblingsinstrument an der Musik-Mach-Maschine ist aber das "Dosenbrett", bei dem ein großer Löffel gegen Keksdosen schlägt. "Das ist einfacher zu spielen", erklärt er.

Das Konzert leitete Sarah, die mit einem Zeigestock

der Reihe nach auf bemalte Schilder zeigte. Sie deutete auf denjenigen Teil der Maschine, welcher als nächstes erklingen soll. Auf Sarahs Kommando hin bringt Noah durch kräftiges Treten in die Pedale eine Fahrradkette an der Musik-Mach-Maschine in Bewegung und entlockt so einer Gitarre Töne. Dann wird ein Akkordeon durch ein Seil, das an einem Rad befestigt ist, auseinander gezogen. Daneben geht ein Regenschirm mit dem typischen Plopp-Ton auf.

Für das zweite Stück greifen die drei Musiker vom Ensemble Recherche zu herkömmlichen Instrumenten. Mit Querflöte, Viola und Schlagzeug unterstützten sie die Kindern und die Klänge der Musik-Mach-Maschine.

Einmal pro Woche wurden den Kinder gezeigt, wie man einzelne Teile aneinander befestigen und verknüpfen kann. "Geschraubt und gebastelt haben die Kinder aber selbst", erzählte ein Helfer des Projektes. Die meisten Bestandteile der Maschine haben die Nachwuchskünstler von zuhause mitgebracht – aus Speichern, Kellern und Abstellkammern. Dorthin werden sie allerdings nicht zurückkehren. Ab April soll die Musik-Mach-Maschine einen festen Platz im Elztalmuseum in Waldkirch bekommen.