Flugplatz

Am Wochenende finden in Donaueschingen die Drachentage statt

har

Von har

So, 26. Mai 2019 um 19:01 Uhr

Donaueschingen

Am Himmel wird es kunterbunt: Am 25. und 26. Mai finden auf dem Flugplatz Donaueschingen wieder die Drachentage statt. Erfahrene Piloten verraten den Besuchern Bastel-Tipps.

Wenn Elefanten, Tintenfische und Schildkröten am Himmel über der Baar ihre Kreise ziehen, dann ist die Botschaft eindeutig: der Drachenclub Baar bittet zu den Drachentagen auf den Flugplatz. In diesem Jahr ist es am Samstag, 25. und Sonntag, 26. Mai, wieder so weit.

Luftkämpfe nach japanischer Tradition (im sogenannten Rokkaku-Cup) gehören zu den Höhepunkten bei dem zweitägigen Drachenfestival. Die sechseckigen Drachen, mit denen Christof Deggelmann antritt, fertigt er selbst in seiner Drachenwerkstatt auf der Insel Reichenau an. "Das beste Material für den Rokkaku ist leichtes Spinnaker-Nylon", verrät er. Für das Gestell verwendet er drei bis vier Millimeter dickes Carbon-Rohr. Die Schnur des Drachen ist aus Hanf. Da es in der Region nur wenig Wind gebe, müsse der Drache besonders leicht sein, erklärt der erfahrene Rokkaku-Cup-Teilnehmer.

"Beim Wettkampf starten alle Drachen gleichzeitig", erzählt der Gemüsegärtner. Der Drache werde vom Piloten und einem Starthelfer in die Luft befördert. Sobald die Drachen oben sind, beginnt der Kampf. Die Piloten versuchten jetzt, den eigenen Drachen in Richtung der anderen zu steuern und diese "wegzuschubsen". Ziel ist es, die gegnerischen Drachen zum Absturz zu bringen. Eine weitere Angriffstaktik sei es, die Schnur des gegnerischen Drachens durch ein geschicktes Manöver einzudrehen, so Deggelmann.

Allerdings sei das Risiko, bei einem eigenen Angriff selbst abzustürzen, sehr hoch. "Der letzte Drache, der noch fliegt, hat gewonnen", weiß Deggelmann. Je nach Wind gebe es zwei bis vier Durchgänge, bei denen derjenige Drache gewinnt, der insgesamt am besten abschneidet. Ein Sieg beim Donau-Rokkaku-Cup sei ihm gar nicht so wichtig. "Die Hauptsache ist doch, dass die Piloten und die Zuschauer ihren Spaß haben. Dabei sein ist alles", sagt er.

Allerdings ist Fairplay – anders als in Donaueschingen – nicht überall angesagt. "Die Piloten dürfen nicht in die Schnüre der gegnerischen Drachen greifen", sagt Volker Pryzibilla. Er ist ebenfalls ein erprobter Rokkaku-Wettkämpfer und setzt seine Erfahrung in diesem Jahr als Schiedsrichter ein. Zudem seien Drachen mit scharfen Glassplittern an den Leinen, wie es in Indien Brauch sei, auch verboten. "Diese scharfen Schnüre dienen dazu, die Leinen der anderen Drachen abzuschneiden", so Pryzibilla. Auch ohne gegnerische Glassplitter drohen den eigenen Drachenschnüren Gefahr. Denn Hanfschnüre könnten herkömmliche Kunststoffschnüre zerschneiden, sagt der 61-jährige Zahntechniker aus Wehr. "Deswegen benutzen alle Piloten, die Ahnung haben, Hanfschnüre." Pryzibilla, der wie Deggelmann in Donaueschingen noch nie gewinnen konnte, gehört dem Drachenclub der Baar seit mehr als 20 Jahren an. Es war die Faszination, die vom Drachenfest 1993 in Aasen ausging, die ihn in die Drachenszene führte.

Im Rahmen der Donaueschinger Drachentage, die am 25. und 26. Mai auf dem Verkehrslandeplatz Donaueschingen-Villingen stattfinden, wird der Donau-Rokkaku-Cup veranstaltet. Darüber hinaus warten zahlreiche Drachenflugschauen auf die Besucher. Historisch nachgebaute Drachen, die zur Wetterbeobachtung und zu militärischen Zwecken dienten, sind unter anderem zu beobachten. Die Drachentage starten am Samstag um 11 Uhr und enden um 20 Uhr. Am Sonntag beginnt die Veranstaltung um 10 und dauert bis 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.