Lahr

Drei Inklusionsprojekte stellen sich im Beirat vor

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Fr, 15. März 2019 um 15:05 Uhr

Lahr

Die Wandzeitung "Ampel" und Projekte des Tennisclubs sind in der Sitzung des Beirats von Menschen mit Behinderung vorgestellt worden. Außerdem ging es um die zum Teil ungünstige Erreichbarkeit der Innenstadt-Einkaufsmärkte.

Beiratsmitglied Heinz Kuhn hatte beim Rewe-Markt in der Tiergartenstraße und an der Arena recherchiert und fotografiert. Das Problem: Es gebe zwar Behindertenparkplätze und von dort aus ließen sich die Eingänge gut erreichen. Komme aber ein Rollstuhlfahrer ohne Auto und müsse den Parkplatz überqueren, dann ergäben sich ungünstige und schwer überschaubare Verkehrssituationen.

Stadtrat Jörg Uffelmann verwies darauf, dass diese Parkplätze in Privatbesitz seien und die Stadt somit nicht der richtige Ansprechpartner sei.

Gleichwohl versprach Bürgermeister Guido Schöneboom, das Anliegen an die Geschäftsinhaber weiterzuleiten. Er verwies allerdings auch darauf, dass die Stadt in den vergangenen Jahren die Belange von Behinderten im Straßenverkehr stets im Blick gehabt habe und dies auch in Zukunft tun werde.

Irmgard Herkersdorf regte an, die Wege für Fußgänger – mit oder ohne Behinderung – in Neonfarbe zu markieren, damit sie für alle Verkehrsteilnehmer sichtbar seien und nicht zugeparkt werden.

Die Wandzeitung "Ampel" erscheint wieder im Mai

Zu Beginn der knapp einstündigen Sitzung in der Großviehhalle des Schlachthofs stellten sich Vertreter der Redaktion der inklusiven Wandzeitung "Ampel" vor, die über die Arbeit des Beirats von Menschen mit Behinderung in der nächsten Ausgabe berichten werden. Mit Ulrich Thier, Klaus-Dieter Langner, Katja Schirmer-Schlenk und Martina Biegert waren vier der derzeit elf Redaktionsmitglieder bei der Sitzung anwesend. Gegründet wurde die Redaktion, nachdem im Rahmen der "Orte für Worte" 2017 eine inklusive Schreibwerkstatt mit der Bonner Redaktion der Zeitschrift "Ohrenkuss" stattgefunden hatte.

Bislang ist erst eine Ausgabe erschienen, die zweite ist für Mai geplant. Die Redaktion trifft sich vier bis fünf Mal im Jahr und ist eine Kooperation zwischen den Offenen Hilfen der Johannes-Diakonie und dem Förderkreis der Mediathek Lahr.

Tennis für Menschen mit körperlichem und seelischem Handicap

Der Tennisclub Lahr hat mit einer Rollstuhltennis-Gruppe (vorgestellt von Birgit Möller) und einer Kooperation mit dem Hedwig Wachenheim-Wohnheim für psychisch kranke Menschen (vorgestellt von Günther Zelzer) gleich zwei Inklusionsprojekte. Beide Projekte wurden 2018 mit einer Spende aus der BZ-Weihnachtswunsch-Aktion unterstützt.

Rollstuhltennis wird seit 2012 in Lahr gespielt. Derzeit trainieren fünf aktive Spieler einmal in der Woche, neue Mitspieler sind willkommen. Es bestehen intensive Kontakte nach Frankreich, wo Rollstuhltennis weiter verbreitet ist. Am 10. und 11. August findet der zweite Badische Rollstuhltennis-Cup in Lahr statt.

Eine Gruppe von acht bis zehn psychisch erkrankten Menschen trainiert seit einem Jahr beim TC Lahr. Günther Zelzer berichtete, dass "dieses Stück Alltag zu erleben" von den Teilnehmern sehr geschätzt wird, die oft Minderwertigkeitsgefühle und Probleme bei der Kontaktaufnahme mit anderen Menschen hätten. Auch hier bestehen Kontakte zu Gruppen in Frankreich.