DURCH DIE WOCHE: Narrenfreiheit

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Sa, 16. November 2019

Weil am Rhein

Das war ein schlimmer Schock für die

Narren der Wiler Zipfel, als am Montag kurz nach Mitternacht zwei Polizeibeamte bei der Fasnachtseröffnung in der Jahnhalle auftauchten und die Zipfel vor die Wahl stellten: Entweder sie machen weniger Lärm oder es ist vorbei mit der Feierei. Bislang hatte es das noch bei keinem 11. 11. gegeben. Denn immerhin ist Altweil eine Hochburg der alemannischen Fasnacht und als Altweiler weiß man, was das für Folgen hat. Doch längst ist eben nicht mehr jeder Altweiler automatisch auch ein Freund der Fasnacht und schon gar nicht dann, wenn er gerne seine Nachtruhe hätte, aber die Raucher unter den Narren vor der Jahnhalle ihrem geliebten Laster nachgehen und sich dabei beharrlich unterhalten. Zu nächtlicher Stunde ist das selbst in normaler Lautstärke ziemlich störend und kann einem, der den Schlaf sucht, den Nerv rauben. Und so kam’s am Montag, dass sich ein Nachbar bei der Polizei beschwerte und die den Narren ins Gewissen reden musste. Die waren dann ganz artig, aber man sieht: Die Zeiten ändern sich, auch Narren haben keine Narrenfreiheit mehr.

Leistungsfähig

Ohne die zu erwartenden Aufschreie ist am Donnerstag im Haltinger Ortschaftsrat das Dauerbrenner-Thema Festhalle abgehandelt worden. Wer erlebt hat, wie vehement in den vergangenen Jahren die Haltinger Vertreter dafür gekämpft haben, dass ihre in die Jahre gekommene gute Stube endlich so aufgefrischt wird, dass sie diesen Titel auch verdient, der hätte sich durchaus vorstellen können, dass der Vorschlag, die Entscheidung über Sanierung oder Neubau nun abermals aufzuschieben, heftige Kritik hätte auslösen können. Doch die blieb aus. Angesichts enormer finanzieller Herausforderungen für Rathauserweiterung, Gemeinschaftsschule oder Umbau der Heldelinger Unterführung haben offenbar auch die Haltinger ein Einsehen, dass die Leistungsfähigkeit der Stadt nicht über Gebühr strapaziert werden kann. Dass deshalb erneut die Haltinger Festhalle hinten anstehen muss, ist zwar bitter, gemessen daran, dass mit relativ einfachen Reparaturen einiges optimiert werden kann, aber auch vertretbar – allerdings nur dann, wenn es gelingt, dafür zu sorgen, dass die Nutzer der Halle nicht mehr frieren müssen, was in der Vergangenheit stets die meiste Kritik ausgelöst hatte.

Dankbar

Das gibt’s nicht alle Tage. Oder, um ehrlich zu sein, wir haben’s noch nie erlebt. Am Freitag schaute Laslo Harkai in der BZ-Redaktion vorbei und äußerte ein ungewöhnliches Anliegen. Er wollte sich öffentlich dafür bedanken, dass ihm die Stadtverwaltung ein Glückwunschschreiben und obendrein noch eine Urkunde des Landes Baden-Württemberg zugesandt hatte, die die Unterschrift keines Geringeren als des Ministerpräsidenten Kretschmann trug. Und worum ging’s? Laslo Harkai und seine Frau Lidija hatten am 6. September goldene Hochzeit gefeiert, kehrten aber erst dieser Tage von einer mehrmonatigen Urlaubsreise zurück. Da dachten sie schon längst nicht mehr an ihr Jubelfest, freuten sich aber umso mehr über die unverhofften Grüße im Briefkasten. Wie einfach es manchmal ist, jemandem eine Freude zu machen.