Radverkehr

Streckenführung und Finanzierung der Radschnellwege zwischen Weil und Efringen-Kirchen noch unklar

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Fr, 17. Mai 2019 um 11:01 Uhr

Eimeldingen

Beim Ausbau der Radschnellwege zwischen Weil am Rhein und Efringen-Kirchen gibt es noch einige Hürden, wie sich im Gemeinderat Eimeldingen zeigte. Unter anderem die Finanzierung ist noch unklar.

Radschnellwege sollen das Alltagsradfahren schneller, sicherer und attraktiver machen. Das Land hält den Ausbau für wichtig und auch der Landkreis Lörrach würde diesen gern möglich machen. Wobei es doch einige Hürden gibt, wie sich im Gemeinderat Eimeldingen zeigte, wo die Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Leonie Wiesiollek am Mittwoch die Möglichkeiten für Eimeldingen vorstellte. Allem voran werfen Streckenführung, Ausbaustandards und die Finanzierung noch Fragen auf.

Kosten von 7,5 Millionen Euro zwischen Weil und Efringen-Kirchen

Im Februar waren im Umweltausschuss des Kreistags die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie von Radschnellwegen präsentiert worden. Im März hatte der Kreistag die Verwaltung beauftragt, unter anderem die Radschnellverbindung zwischen Weil am Rhein und Efringen-Kirchen weiterzuverfolgen. Leonie Wiesiollek hatte daraufhin allen betroffenen Kommunen angeboten, ihnen die Situation näher zu erläutern, Eimeldingen hatte das Angebot angenommen, wo Wiesiollek am Mittwoch Gast war. Sie war selbst mit dem Rad nach Eimeldingen gekommen.

Die Radverkehrsbeauftragte erläuterte zunächst die Streckenführung des Radschnellwegs, der von der Grenze in Weil am Rhein der B 3 entlang, durch Haltingen und über den Eimeldinger Weg am G 5 vorbei zum Entenkreisel führt. Das Teilstück bis zum Entenkreisel würde als sogenannte Fahrradstraße definiert. Autos könnten dort aber auch weiterhin fahren, betonte Wiessiollek, für Radfahrer gäbe es dann eine besondere Bodenmarkierung und sie dürften auch nebeneinander fahren. Radfahrer würden dann im Kreisel wie der Autoverkehr geführt. Von dort wären für ein kleines Teilstück zwei Varianten denkbar: die Strecke über den Haltinger Weg oder entlang der B 3. Beide Varianten kämen an der Kanderbrücke wieder zusammen, von dort geht es weiter an der B 3 nach Norden.

Auf Nachfrage aus dem Rat hielt die Radverkehrsbeauftragte fest, dass das Land Baden-Württemberg in die Pflicht genommen werde und die Verbindungen finanzieren solle. Zwischen Weil Grenze und Efringen-Kirchen sei mit Kosten von 7,5 Millionen Euro zu rechnen. Sie räumte ein, dass keineswegs klar ist, wann und ob überhaupt das Land diese Verbindung finanzieren wird. Zumal Verbindungen in Karlsruhe, in Freiburg und die Strecke zwischen Lörrach und Schopfheim als prioritär eingestuft seien. Dies lag für sie mit daran, dass die Radverbindung zwischen Basel und Efringen-Kirchen schon jetzt sehr gut genutzt werde. An der Zählstelle an der Freiburger Straße in Weil am Rhein habe man vor einem Jahr bereits 2000 Radfahrer pro Tag gezählt, mithin sei das eingeschätzte Potenzial, weitere Menschen zum Umsteigen aufs Rad zu animieren, als weniger hoch eingeschätzt.

Ob und wann etwas daraus wir, ist offen

Ein weiteres Minus für diese Strecke ergibt sich daraus, dass das Land beim Ausbau der Radschnellwege Standards sicherstellen will. Das Gros der Strecke soll vom Fußgängerverkehr getrennt sein, eine Breite von vier Metern im Gegenverkehr und drei Metern im Einbahnverkehr haben und einen Vorrang für Radler bei Knotenpunkten aufweisen. Die Verbindung bis Efringen-Kirchen entspräche dem gewünschten Standard allerdings nur zu 72 Prozent. In der engen Eimeldinger Ortsdurchfahrt wären bestenfalls Wegbreiten von 3 oder 3,5 Meter möglich.

Gemeinderätin Birgit Pohl, selbst Radfahrerin, hielt Radschnellwege für wichtig. Sie dienten dazu, den Individualverkehr zu reduzieren. Bürgermeister Oliver Friebolin, auch er Alltagsradfahrer, bemängelte nur die Streckenführung. Von einem Gespräch mit Verwaltungsvertretern in Efringen-Kirchen und Weil am Rhein hielt er fest, dass die drei Kommunen eine andere Streckenführung bevorzugt hätten: nämlich von Basel am Rhein entlang durch Märkt bis Efringen-Kirchen. "Das wurde leider nicht geprüft," bedauerte Friebolin. Leonie Wiesiollek erklärte, dass die Machbarkeitsstudie der ausgewählten Strecke die meisten Chancen und auch die beste Finanzierbarkeit einräume. Der Gemeinderat bekräftigte – bei Enthaltung Friebolins – die Absichtserklärung, für die Wiesiollek warb. Damit bekennt sich die Gemeinde zur Umsetzung der Schnellverbindung und fordert vom Land deren Finanzierung. Ob und wann etwas daraus wir, ist offen.

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