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Ein Event selbst organisiert

Lorenz Bockisch

Von Lorenz Bockisch

So, 14. Februar 2010 um 14:54 Uhr

Was gehört alles zu einem Event? Viele praktische Antworten auf diese Frage lernen Studenten auf ihrem Weg zum "Bachelor of Tourism and Event Management". So auch diese sechs.

Drei Tage vor der großen Veranstaltung treffen sich die ANGELL-Studentinnen Seraphina Opel, Dagmar Zuhr, Karoline Schano, Lisa Grosul, Isabell Faad und Gina Wagner, alle im fünften Semester, bei einem gemütlichen Kaffee zu einer der letzten Besprechungen. Der Budgetplan liegt auf dem Tisch und jede hat eine lange Liste von Dingen vor sich liegen, die noch zu erledigen sind. Geplant wird der Event "Jump’n’Run": In einem BMW-Autohaus soll eine Modenschau mit Live-Musik und einer Parkour-Vorführung stattfinden.

Die augenscheinlich wichtigsten Dinge sind schon geplant und gebucht – also Band, DJ, Moderator, Location, Werbung über verschiedene Medien, soziale Netzwerke und Plakate, Models für die Modenschau, Autos für den Transport und natürlich die "Traceure", die auf dem Parkour-Parcour ihre artistischen Stunts auf einem extra dafür aufgestellten Baugerüst vollführen sollen. Auch der Kontakt zu den Sponsoren, die äußerst wichtig für das Gelingen und die Finanzierung der Show sind, wird von den sechs jungen Damen gleichberechtigt wahrgenommen. So sind drei Getränkesponsoren, die Modemarke "Hummel" und natürlich das BMW-Autohaus als Gastgeber zu betreuen, die sich für ihr Engagement ausreichend präsentiert sehen wollen. Doch vor allem die vielen kleinen Dinge, die noch zu organisieren sind, beschäftigen die sechs jungen Damen: Wer druckt die Schilder, die auf Raucherbereich und Toiletten hinweisen? Welcher der Showteilnehmer bekommt wie viele Freigetränke? Wo kommt die Bar hin? Wer besorgt die Kassen und das Wechselgeld? Was ist mit Mülleimern?

Noch viele weitere organisatorische Dinge werden auf dieser Sitzung der GbR Fashionable – zur einfacheren Handhabung haben sich die sechs zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen – besprochen. Begonnen hat die Planung schon zwei Monate zuvor, jetzt ist sie in den letzten Zügen.

Ausgefallene Darbietungen und ausfallende Models

Am Abend der Veranstaltung geht alles etwas später los als geplant, weil einerseits die Gäste verspätet eintrudeln, aber auch weil im letzten Moment improvisiert werden muss: zwei der männlichen Models sind kurzfristig nicht erschienen, und so müssen sich die Organisatorinnen, die außerdem noch zwischen dem Eintritt, der Garderobe und den Bars hin- und herarbeiten, eine Alternative überlegen.
Der Anfang der Show gelingt, die Parcour-Truppe begeistert die Besucher mit ihren atemberaubenden Sprüngen und Salti über das Gerüst und ein bereitgestelltes Auto. Das trägt keine Beulen davon, nach der Show sind nur die Fingerabdrücke der vier Männer, die artistisch darüber hinweggeturnt sind, auf dem Lack zu sehen. Die Gäste, die sich danach in einer kleinen Lehrstunde auch an dieser Sportart versuchen, dürfen allerdings nur über einen Stapel Paletten springen, denn für diese Kunst braucht es jahrelanges Training.

Die Band You?Spy! spielt schon ihre ersten Lieder, und der Moderator "Ben" lädt die Gäste in den Nebenraum. Dort, wo sonst große und kleine Autos verkauft werden, laufen jetzt männliche und weibliche Models über einen improvisierten Laufsteg. Sie führen Freizeit- und Sportkleidung der Münchener Marke Hummel vor. Zwei der männlichen Models kennen die Zuschauer schon von der Parcour-Show zuvor: Sie helfen kurzfristig als Ersatz-Models aus. Weil schon gut gebaute junge Männer da waren, haben die Organisatorinnen sie einfach gefragt, ob sie auch mitlaufen würden. Und die hatten kein Problem damit, kurzfristig als Models zu arbeiten.

Nach viel Applaus für die Models und die vorgeführte Freizeit- und Sportmode geht der Show-Teil des Abends langsam seinem Ende zu. Nach einer weiteren Parkour-Show der Profis – was die Anfänger im Lehrgang gelernt haben, hat noch nicht zum Vorführen gereicht – wird noch die veranstaltete Tombola ausgelost: Über den Hauptpreis, ein Wochenende in einem Mini, freut sich die Dame sehr – hat sie doch im Laufe des Abends viele Lose bei der umherflanierenden Glücksfee gekauft.

Aufräumen, Einpacken, Hausarbeit schreiben

Und auch die sechs ANGELL-Studentinnen sind recht zufrieden, auch wenn das ihren geschafften Gesichtern nicht anzusehen ist. Zwar kann dieser späte Freitagabend nun erstmal etwas entspannter werden, auf der After-Show-Party sieht man die Organisatorinnen aber nicht tanzen. Denn noch in der Nacht muss der Transporter mit der gesamten Party-Ausrüstung beladen werden, schließlich will das Autohaus am Samstagmorgen wieder seinem eigentlichen Geschäft nachgehen – Autos verkaufen.

Die Hauptarbeit ist geschafft, jetzt folgt die Hausarbeit: innerhalb der nächsten Woche müssen die Organisatorinnen eine Seminararbeit über ihre Erfahrungen schreiben. Dafür bekommen sie eine Note auf ihrem Weg zum "Bachelor of Tourism and Event Management". Die Theorie haben sie vorher gelernt, jetzt kennen sie auch viele neue Facetten der Praxis.

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