Ein musikalischer und optischer Genuss

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Di, 16. Juli 2019

Sulzburg

Geigerin Julia Weeda und Renaissance-Künstler begeistern beim Europa-Festival in Laufen.

SULZBURG-LAUFEN. Einen genussreichen Vormittag bescherte das Kulturzentrum Dreiklang seinen Gästen mit einer Matinee bestehend aus Konzert, Vortrag und Gaumenfreuden. Im Rahmen ihres diesjährigen Europa-Festivals zum Thema Italien hatten Barbara und Daniel Robert Graf die junge Geigerin Julia Weeda eingeladen, die ein Capriccio von Niccolo Paganini vortrug. Mit Künstlern der Renaissance beschäftigte sich Laurence Liebenguth, Malerin aus dem Elsass.

Es gehört Mut dazu, sich an die Interpretation einer Paganini-Komposition zu wagen, verbindet sich doch mit diesem Namen die noch heute lebendige Erinnerung an einen ob seiner Virtuosität verehrten, wegen seiner Erscheinung aber geradezu gefürchteten Geiger. In seinen Konzerten versetzte er mit seinem Spiel ganze Säle in Hysterie. "Bei seinen zahlreichen Konzertreisen durch Europa ging ihm der Ruf bereits voraus, ein Zaubergeigenkünstler zu sein, der sein Publikum mit seiner musikalischen Kunst verhexte. So viel Können erweckte nicht nur Begeisterung, sondern immer auch die Skepsis der Mittelmäßigen, die dem Virtuosen die Faust’sche Verführung unterstellten", heißt es in einer der zahlreichen Biografien über diesen Ausnahmekünstler.

Julia Weeba entledigte sich ihrer selbstgestellten Aufgabe, der Umsetzung des Capriccio No. 24, mit Bravour. Auch sie beherrscht perfekt die Mischung von Bogenstrich und Pizzicato mit der linken Hand. Auch sie setzt diese Technik ein, um eine gestrichene Melodie mehrstimmig im Pizzicato zu begleiten, aber auch das Doppelflageolett, mit dem sich besondere klangliche Effekte erzielen lassen.

Einigen der größten Künstler der Renaissance, im italienischen Original "Rinascimento" genannt, widmete sich Laurence Liebenguth, die als Malerin im Elsass lebt und die die Grafs als Expertin zu diesem Thema eingeladen hatten. In dieser Epoche, zu Deutsch "Wiedergeburt", erinnerte man sich an die klassische Antike und verknüpfte sie mit den bahnbrechenden Erkenntnissen in Technik, Anatomie und anderen Wissenschaften, die bis in die heutige Zeit ihre Faszination nicht verloren haben.

Als nicht der einzige, aber bekannteste Vertreter dieses umfassenden Bildungsideals gilt Leonardo da Vinci, dessen Wesen und Denken Liebenguth besonders anhand des wohl berühmtesten zum Thema "Abendmahl" geschaffenen Gemäldes deutlich machte. Sie empfahl dringend den Besuch der an der Nordwand des Refektoriums des Klosters Santa Maria delle Grazie zu Mailand zu besichtigenden Wandmalerei, ist sie doch durch behutsame Restaurierung in einen Zustand zurückversetzt, der die Grundideen Leonardos zu diesem Motiv spürbar macht.

Als Abrundung des musikalischen und optischen Genusses gab es typisch italienische Spezialitäten zu kosten: Salami, Schinken, Käse und Oliven, dazu die passenden Getränke. Sie stammten aus La Morra, gelegen in der Provinz Cuneo in der Provinz Piemont und mit Sulzburg seit 2003 per Partnerschaftsvertrag verbunden.