Ein Winterwanderweg soll Tagestouristen locken

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Sa, 18. Mai 2019

Todtmoos

Bei der Kandidatenvorstellung der Todtmooser CDU kamen einige Anregungen von den Bürgern / Jugendliche fühlen sich nicht ernst genommen.

TODTMOOS. Zu einer Vorstellung der zehn Gemeinderatskandidaten hatte der CDU-Ortsverband am Donnerstag eingeladen. Im Rahmen einer Fragerunde nahmen sie zu verschiedenen Themen, unter anderem Wintersportkonzept, Gesundheit, Senioren und Kinderbetreuung, Stellung.

Groß war das Interesse, die CDU-Kandidaten – unter ihnen die amtierenden Gemeinderäte Bettina Fuchs, Jörg Zimmermann und Christian Zumkeller – und deren politsche Ziel kennenzulernen. Zahlreiche Bürger hatten sich in der "Schwarzwaldspitze" eingefunden. Der Moderator des Abends, Kurt Biehler, benannte die Schwerpunkte der zukünftigen Gemeinderäte der CDU (Familien, Gesundheit, Wirtschaft, Senioren und Tourismus), bevor die Kandidaten sich und ihre persönlichen Schwerpunkte vorstellten. Es schloss sich eine lebhafte Fragerunde an.

Ein großes Thema war das Wintersportkonzept. Wie soll dieses weitergeführt werden? Christian Zumkeller gab die Antwort. Loipen und Winterwanderwege seien gut angenommen worden, den Rodelhang gelte es aber noch zu optimieren. Über die Installierung eines Rodelliftes werde nachgedacht. Und auch die Verpflegung sei ein noch zu lösendes Problem. Aus den Reihen der Versammelten wurde ein Winterwanderweg in Ortsnähe angeregt, dies könne mehr Tagestouristen in den Ort bringen, hieß es.

Wichtig sei, verlautete aus den Reihen der Bürger, die Wanderwege zu pflegen. Dies sei nicht immer der Fall. Die vorhandene Infrastruktur müsse gepflegt werden, stimmte Alexander Stoll zu. Es müsse eine Lösung mit dem Bauhof gefunden werden, sagte er. Auch die Einbeziehung des Schwarzwaldvereins in die Pflege der Wege wurde ins Gespräch gebracht.

Die am Dienstag im Gemeinderat bekannt gegebenen Übernachtungszahlen beschäftigten die Anwesenden auch an diesem Abend. Wenn mehr Gäste nach Todtmoos kommen, wie sollen die untergebracht werden? Angesichts einer Auslastung der Beherbergungsbetriebe von 30 Prozent sah Stefan Waßmer insoweit keine Probleme. Er habe eher Sorgen, dass zu wenig Gäste in den Ort kommen, fuhr er unter dem Beifall der Versammelten fort.

Die Seniorenbetreuung im Ort bereitet Sorgen. Mit Standards der professionellen Altenpflege sei diese nicht zu bewältigen, erklärte Michael Ziegelmayer. Ein möglicher Weg sei eine Kombination von professioneller Pflege und ehrenamtlicher Unterstützung. Auch ein Genossenschaftsmodell wäre eine Möglichkeit. Der Gemeinderat müsse sich in naher Zukunft mit einem entsprechenden Konzept beschäftigen, betonte Ziegelmayer. Auch in Sachen Ärzteversorgung müsse etwas getan werden, sagte der Kandidat weiter. Es bestehe Handlungsbedarf, es müsse jetzt gehandelt werden. Dabei müsse man auch andere Organisationsformen als Allgemeinpraxen in Erwägung zu ziehen. Es seien Rahmenbedingungen erforderlich, die die Gemeinde zur Verfügung stellen müsse.

Und was wird für die Jugend getan? Von Seiten der Jugendlichen wurde moniert, dass man sich bei den Jugendsprechstunden mit Bürgermeisterin Janette Fuchs oft nicht ernstgenommen fühle. Jörg Zimmermann machte sich für Protokolle der Jugendsprechstunden stark, dann könne man von Seiten der Gemeinderäte in die Themen einsteigen. Der Gemeinderat müsse dahinter her sein, dass Jugendliche ernst genommen würden, ergänzte Daniel Friedrich.

Ein weiteres Thema war die Kinderbetreuung. In Sachen Ganztagesbetreuung für Kleinkinder müsse etwas passieren, hieß es. Daran arbeite man aktuell, sagte Bettina Fuchs, denn nichts Schlimmeres könne passieren, als das junge Familien aus Todtmoos wegzögen. Und den Schritt in Richtung Ganztagesbetreuung müsse man auch in der Grundschule mitgehen, fuhr sie fort.

Angesichts der beginnenden Motorradsaison kam auch die Lärmbelästigung zur Sprache, ein Thema, das, wie Bettina Fuchs sagte, allen am Herzen läge. Auch der Gemeinderat könne sich einbringen, sagte Frank Mutter. Dies werde aber nichts ändern, solange nicht die entsprechenden Gesetze geändert würden, befürchtete er.

Eines machten die Kandidaten übereinstimmend deutlich: Sie wollen für die Bürger da sein und ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben.

Die Ortsverbandsvorsitzende Bettina Fuchs hatte zum Abschluss der Veranstaltung eine, wie sie sagte, ehrenvolle Aufgabe: Sie zeichnete Fritz Kaiser für 60 Jahre Mitgliedschaft in der CDU aus.