Eine Einladung zum Sitzen und Reden

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Fr, 23. August 2019

Schopfheim

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM (3): Der Brunnen mitten auf der Torstraße.

SCHOPFHEIM (mj). Wer mit offenen Augen durch die Stadt Schopfheim geht, entdeckt etliche Kunstwerke – ob es nun Brunnen, Wandreliefs, Skulpturen oder besondere Gedenkstätten sind. Museumsleiterin Ulla Schmid bietet Kunstführungen durch die Innenstadt an. Die BZ ging aber auch Kunstwerken im öffentlichen Raum nach, die außerhalb der Innenstadt zu finden sind. Heute: der Brunnen mitten auf der Torstraße.

Ein Blickfang ist der Brunnen mitten auf der Torstraße. Er wurde 1991 installiert. Künstler Leonhard Eder aus Rheinfelden hat ihn "das Gespräch" genannt.

Die Motive rund ums Wasser erklären den Titel: Da sitzt eine Markgräflerin auf einer Bank, vor ihr ein Kind. Sie schaut auf die (noch) leere Sitzfläche neben ihr. Die zweite Bank muss sich der Nutzer mit einer Katze teilen. Beide sitzen sozusagen auf einem Stück Käse, an dem sich an der unteren Hälfte Mäuse gütlich tun. Nicht zu vergessen die Gänse, die neben dieser Bank ruhen. "Der Brunnen soll zum Sitzen und Kommunizieren einladen", sagt Ulla Schmid. Das ganze Ensemble ist aus Kalkstein gehauen. Wer ist nun der Künstler, der diesen Brunnen erschaffen hat? Leonhard Eder wurde 1932 in St. Johann/Westungarn als Sohn eines Bauern geboren. Er kam als Heimatvertriebener 1945/46 nach Lauda (Main-Tauber-Kreis). Seine Ausbildung als Steinmetz und Bildhauer machte er bei Franz Oedin in Bad Mergentheim. 1956/57 besuchte Leonhard Eder in Freiburg die Meisterschule und legte die Meisterprüfung ab. Seit 1959 hat er eine eigene Bildhauerwerkstatt in Rheinfelden. Zahlreiche öffentliche Kunstwerke stammen aus seiner Hand, darunter der Narrenbrunnen in Bad Säckingen, der Brunnen im Herzogenriedpark in Mannheim, die Skulptur im Schlosspark Bad Säckingen oder auch das Friedenskreuz in Fécamp/Frankreich.