Eine Million Träume für die Welt

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Mi, 10. Juli 2019

Oberried

Viele Facetten der Blasmusik kommen auf der Open-Air-Bühne vor der Klosterschiire in Oberried zu Gehör.

OBERRIED. Die Trachtenkapelle Oberried und deren Jugendkapelle hatten bei schönstem Sommerwetter zum Open-Air-Konzert bei der Klosterschiire eingeladen. Dabei konnten die Musiker auch die mehr als 60-köpfige Trachtenkapelle Simonswald begrüßen.

Den musikalischen Reigen eröffnete vor vollbesetzten Plätzen die Jugendkapelle unter der Leitung von Philipp Schönstein. Der Bläsernachwuchs widmete sich "Movie Adventures", einem Medley aus von Michael Sweeney für Jugendblasorchester bearbeiteten Filmmelodien des gefeierten Filmmusik-Komponisten John Williams aus den Filmen "E.T.", "Jurassic Parc" und "Star Wars". "Eine Million Träume für die Welt, die wir erschaffen werden" lautet übersetzt eine Zeile aus einem Song der Filmmusik des Films "The Greatest Showman", mit dem die Jugendlichen ihren Ausflug in die Filmwelt fortsetzten. Das Arrangement von Michael Brown enthielt einige musikalische Effekte, die sich durch alle Register zogen. Schriftführerin Kerstin Hug berichtete danach stolz, dass sechs Jugendliche erfolgreich die Prüfung in Theorie und Praxis für das Juniorabzeichen absolviert hatten, und überreichte ihnen Urkunde, Anstecknadel und Präsent. Besonders geehrt wurde Elias Schönstein, der sowohl beim Regional- wie beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" als Trompeter mit seinem Klavierpartner ein hervorragendes Ergebnis erzielt hatte. "Arabian Dances" von Roland Barrett entführte schließlich in die Welt von nomadischen Wüstenbewohnern und ihren Tanzrhythmen mit einem beachtlichen Klarinettensolo von Emilia Rees.

Nach Umbau und Stühlerücken gehörte die Bühne der Trachtenkapelle unter Vater Christoph Schönstein, und die Älteren bewegten sich weiter auf der Filmmusikschiene. Ein "James Bond 007"-Medley im Arrangement von Johan de Meij ließ neben dem Titeltrailer Goldfinger und andere Schurken auferstehen, und mit dem "Pink Panther Theme" von Henry Mancini war weiterhin Krimitime angesagt. Bei "Can’t take my Eyes off you" von Bob Crewe und Bob Gaudio eröffnete das vereinte Schlagwerk furios und setzte die Samba-Rhythmen so mitreißend, dass sich bei vielen ein Gefühl von Karneval in Rio einstellte und die Drummer-Boys erhielten verdienten Sonderapplaus.

Eher traditionell aus der böhmischen Blasmusikrichtung stammten der Marsch "Regimentsparade" von Antonin Zvacek und die Polka "Mit Herz und Schwung" von Roland Kohler. Hier wurde eifrig mitgeklatscht. Unter großem Beifall beendeten die Oberrieder ihren Part und machten die Bühne frei für die Gäste aus Simonswald.

Hohe Qualität des Orchesters

Schon deren erstes Stück, die "Alpina Saga" von Thomas Doss, offenbarte die hohe Qualität des Orchesters unter der Leitung von Matthias Singler. Man bekam sinfonische Blasmusik mit hohem Schwierigkeitsgrad zu hören. Wer sich auf diesem Niveau bewegt, kann sich auch das Blasmusik-Arrangement der Filmmusik des überaus erfolgreichen 3-D-Animationsfilms "How to train your Dragon" von Ton van Grevenbroek vornehmen und die Zuhörer entzücken. Zweifellos das Highlight des Konzerts war die Darbietung von "Gabriellas Song" aus dem Film "Wie im Himmel" von Stefan Nillson im Arrangement von Kurt Gäble. Dieses Lied über die Selbstfindung einer Frau und ihre dadurch gewonnene Freiheit wurde von Janina Weiß in Originalsprache auf Schwedisch gesungen, einfühlsam begleitet vom Orchester. Ihr glockenheller, voluminöser Gesang berührte das Publikum zutiefst und wurde mit einem wahren Beifallssturm belohnt.

Wiederum ausschließlich instrumental landeten die Simonswälder mit "Sparkling Samba" von Gilbert Tinner wie vorher die Oberrieder in lateinamerikanischen Gefilden und präsentierten ein funkelndes rhythmisches Feuerwerk. Wieder auf böhmischem Boden beendete der Marsch "Alpenwelt" von Anton Ulbrich die exquisite Performance der Gäste.

Bei dem rundum gelungenen Konzertabend war mit den leckeren kulinarischen Snacks auch für das leibliche Wohlbefinden der Besucher gesorgt.