Eine Parallelstruktur in Gestalt der Gemeinschaftsschule

Konrad Fees

Von Konrad Fees (Herbolzheim)

Di, 23. Februar 2021

Leserbriefe

Zu: "Pädagogen dringend gesucht", Beitrag von Axel Habermehl (Thema des Tages, 15. Februar)

In dem informativen Beitrag wird eine Konkurrenz "viele(r) Schulen um mittlere und leistungsstarke Kinder" festgestellt. Dann ist das System aus den Fugen geraten – und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Noch in den 1970er Jahren erlangte nur ein Anteil um 18 Prozent eines Jahrgangs das Abitur, die Schülerströme der Babyboomer sortierten sich von selbst, und zwar nach Leistung. Wenn mittlerweile aber ein Anteil gegen 50 Prozent nach der Grundschule auf das Gymnasium übergeht und dort auch noch verbleibt, dann greift die Sortierung nach Leistung wohl nur noch sehr begrenzt. Zweitens: Über dieses sowieso schon überbordende System hat man seit 2011 begonnen, zusätzlich noch eine Parallelstruktur in Gestalt der Gemeinschaftsschule darüberzulegen und selbige noch einmal mit besonders üppigen Mitteln auszustatten. Wenn bei solch einem Überangebot "mittlere und leistungsstarke Kinder" dann zum knappen und begehrten Gut werden – wie soll es denn anders sein? Konrad Fees, Herbolzheim