Sechs Neue sind verpflichtet

Silas Schwab

Von Silas Schwab

Sa, 06. Juli 2019

Eisenbach (Hochschw.)

Der Eisenbacher Gemeinderat kommt zur konstituierenden Sitzung zusammen / Harald Müller wird Bürgermeisterstellvertreter.

EISENBACH. Sechs Neue und sechs Alte – sie wurden am Donnerstag in der Wolfwinkelhalle für den Eisenbacher Gemeinderat verpflichtet. Harald Müller wurde in der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats einstimmig zum neuen Bürgermeisterstellvertreter gewählt. Zuvor war er zweiter Stellvertreter. Dieser Posten wird künftig von Jörg Willmann bekleidet. Stimmenkönig Thomas Ketterer lehnte eine Nominierung ab.

Die Verabschiedung
"Heute ist ein feierlicher Anlass, deshalb trage ich auch meine Amtskette", verkündete Bürgermeister Alexander Kuckes. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich ausdrücklich bei dem "so langsam ganz gut eingespielten Team". Sehr vielen einstimmigen Beschlüssen seien in den vergangenen Jahren nur wenige Kampfabstimmungen gegenüber gestanden. Er betonte: "Bei allen Entscheidungen stand immer die Sache im Vordergrund." Konstruktiv und kritisch seien sie gewesen – besonders deshalb bedauere er die vielen Abschiede.

Zuerst durfte sich Karl Josef Duttlinger erheben. Der Unternehmer war 25 Jahre im Gemeinderat aktiv, davon 15 Jahre als Bürgermeisterstellvertreter. Besonders seine schnelle Auffassungsgabe, die Rolle als Wortführer und das Eintreten für die Betriebe und Vereine im Ort habe ihn ausgezeichnet, erklärte Kuckes. "Menschen mit besonderen Talenten haben die Verpflichtung, diese auch für alle mit einzubringen", rief Duttlinger auf. Für mehr als 20 Jahre als Gemeindevertreter erhielt er eine goldene Münze.

Die Münze stand auch Peter Kleiser zu. Er war 20 Jahre lang im Gemeinderat und zuletzt als Schollacher Ortsvorsteher aktiv. Besonders um die Interessen Schollachs habe er sich sehr verdient gemacht. Illona Pfrengle-Nobs und Walburga Ganter hatten sich als einzige Frauen des Eisenbacher Gemeinderats ebenfalls nicht mehr zur Wahl gestellt. Beide wurden von Kuckes für ihre deutlichen Meinungen hervorgehoben. "Ich habe den Bogen immer wieder leicht angespannt, aber habe dafür auch immer Wertschätzung erfahren", sagte Pfrengle-Nobs rückblickend. Beide waren zwei Wahlperioden im Gemeinderat, wofür sie eine silberne Münze erhielten.

Stefan Huggle war 2014 in den Gemeinderat gewählt worden und hatte sich thematisch besonders bei den Feuerwehren mit eingebracht. Wie alle anderen erhielt er zum Abschied eine Eisenbach-Uhr. Bei der Sitzung gefehlt hat Markus Spitz. Der Eisenbacher war 2016 für Maria Beushausen in den Gemeinderat nachgerückt. Er wurde bei der Kommunalwahl im Mai nicht wieder in das Gremium gewählt.

Die Verpflichtung
Im Rat verblieben Manfred Knöpfle, Reinhold Meder als Ratsältester mit 69 Jahren, Harald Müller, Manfred Schätzle, seit 1994 durchgehend im Rat, Jörg Willmann und Karl Willmann. Neu – und einzige Frau im Rat – ist Petra Ruf-Schwörer. Außerdem wurden Markus Gärtner, Thomas Ketterer, Ralf Kürner, Felix Schöpperle und Marco Wirbser gewählt. Marco Wirbser ist mit 21 Jahren der jüngste Gemeinderat.

Nachdem Bürgermeister Kuckes ausführlich alle möglichen Ausschlussgründe und Möglichkeiten der Befangenheit erläutert hatte, sprach der zwölfköpfige Rat im Chor die Verpflichtungsworte. Kuckes verpflichtete sie per Handschlag, bevor sie eine Verpflichtungsniederschrift unterzeichneten und der neue und alte Rat sich im goldenen Buch eintrugen.

In der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats wurde auch die Besetzung zahlreicher Kommissionen und Ausschüsse bestimmt. In die Versammlung des Kinderhauses Kunterbunt zogen Petra Ruf-Schwörer und Felix Schöpperle ein. Marco Wirbser wird die Gemeinde im Vorstand des Fördervereins Eisenbacher Bad-Lifte vertreten.
Die Wahlen
Karl Josef Duttlinger war viele Jahre als Bürgermeisterstellvertreter unumstritten. Reinhold Meder schlug den bisherigen zweiten Stellvertreter Harald Müller als Nachfolger Duttlingers vor. Dieser antwortete, dass auch die Räte mit den meisten Stimmen in Frage kommen müssten. Stimmenkönig der Wahl im Mai war Thomas Ketterer geworden. Er erklärte aber, sich aus Gründen der fehlenden Erfahrung und seines Berufs als Geschäftsführer von Elektro Ketterer nicht aufstellen zu lassen. Daraufhin wurden Müller und Jörg Willmann zum ersten und zweiten Bürgermeisterstellvertreter gewählt.

Die Gemeinderatssitzungen sollen in einem vierwöchigen Rhythmus im Eisenbacher Rathaus stattfinden. Als neuer Sitzungstag wurde der Mittwoch bestimmt. Da keine Landwirte mehr im Rat sitzen, wird künftig schon um halb sieben begonnen. Die erste richtige Sitzung des neuen Gemeinderats findet am 18. Juli statt.

Ein Appell
Nur zehn Bürger aus der Gemeinde hatten am Donnerstag den Weg in die Eisenbacher Festhalle gefunden. Die meisten davon waren Familienmitglieder der Räte. Dies kritisierte zuerst Klaus Schuler, Kommandant der Schollacher Feuerwehr. "Das wird dem Anlass nicht gerecht." In der Frageviertelstunde erneuerte Klaus Reiner diese Kritik. "Ich habe beobachtet: Je mehr Zuschauer da sind, desto mehr wird auch mal diskutiert." Jeder Rat und jeder Bürger solle mehr hinterfragen und kritisieren. Er rief die Bürger auf, zahlreicher an den Sitzungen teilzunehmen. "Das motiviert dann auch unsere neuen Räte."