Der Tagesrekord lag bei 3428 Gästen

Tobias Winterhalter

Von Tobias Winterhalter

Sa, 14. September 2019

Elzach

Der Sommer war lang, heiß und trocken und zog eine Menge Besucher in die Schwimmbäder im Elz- und Simonswäldertal.

ELZTAL/SIMONSWALD. Waldkirch – die Sonne brennt. Elzach – der Planet sticht. Simonswald – der Schweiß läuft... Nach dem Hitzesommer 2018 brach auch der Sommer 2019 Rekorde. Was für Menschen, die in der freien Natur oder in überhitzten Büros arbeiten, zu einer echten Tortur werden kann, freut alle Sonnenanbeter, Wasserratten und natürlich auch die Betreiber von Freibädern. Die Badische Zeitung hat sich kurz vor dem anstehenden Saisonende in den Elztäler Schwimmbädern umgehört und erste Bilanzen gezogen.

Interessanterweise variiert der Besucherrekordtag von Bad zu Bad. Während im kleinen Bad in Gutach mit bis zu 500 Badegästen am 24. Juli der besucherstärkste Tag exakt auf den Tag fällt, an dem in Deutschland Allzeit-Temperaturrekorde geknackt werden, ist der Tageshöchstwert an Besuchern in den größeren Bädern in Kollnau, Elzach und Simonswald bereits in der ersten Hitzeperiode Ende Juni aufgestellt worden. Während Kollnau mit 3428 Tagesbesuchern den Höchstwert aller Elztäler Bäder hält, folgt Elzach mit 1581 Besuchern auf Rang zwei mit etwa der Hälfte. Auch in der Gesamtbesucherzahl steht ’s Bad in Kollnau mit über 80 000 Besuchern an der Spitze. Elzach und Simonswald erreichten mit etwa 40 000 Besuchern die Hälfte an Gästen.

Dass die Bäder von den heißen Sommern profitieren, bestätigt Thomas Tränkle, Kaufmännischer Betriebsleiter der Stadtwerke Elzach: "Ein klarer Trend ist, dass die Schönwetterperioden sehr stabil sind und lange anhalten. In diesen Phasen ist dann ein großer Besucherandrang festzustellen." "Es ist nach dem letzten Jahr die zweitbeste Besucherzahl", sagt Stefanie Sigmund, Pressesprecherin der Stadt Waldkirch über ’s Bad in Kollnau. Allerdings erreiche die Gesamtzahl der Saisongäste den Mittelwert der letzten Jahre, das bestätigten sowohl Sigmund als auch Tränkle. Ist es überraschend, dass trotz der frühen Hitzeperioden und Temperaturen von über 30 Grad bereits im Juni früh Rekorde geknackt wurden, aber die Gesamtzahl an Besuchern trotzdem nur den Mittelwert der vergangenen Jahre erreicht? Für Thomas Tränkle nicht, denn "insbesondere frühe Schönwetterperioden wirken sich eher negativ auf die Gesamtbesucherzahl aus, da nach solch einer Phase an durchschnittlichen Wetterlagen weniger Besucher ins Bad kommen." "Der Trend geht in diese Richtung," das bestätigt auch Sigmund. Ähnlich sieht es Konstantin Harr, Schwimmmeister aus Gutach: "Es dauert, bis sich die Leute wieder an die niedrigen Temperaturen gewöhnt haben und dann wieder ins Bad gehen."

In der Ferienzeit sind die Elztäler Bäder auch für Touristen und Urlauber interessant und werden zunehmend genutzt. "Immer mehr Touristen nutzen die Konuscard für den Schwimmbadbesuch", sagt Tränkle. Konstantin Harr erkennt auch "eine Zunahme auswärtiger Besucher, viele mit Hansefit-Karte." Bemerkenswert ist dabei, dass die Besucherzahlen in den Sommerferien trotz der Feriengäste etwas nachlassen. "Die Touristen gleichen die einheimischen Urlauber, die wegfahren, nicht aus", erklärt Sigmund in Waldkirch.

Besondere Angebote in den Bädern werden sowohl von Touristen als auch Einheimischen gerne genutzt. Sowohl in Elzach und Oberprechtal als auch in Kollnau werden Schwimmkurse angeboten. In Elzach und Gutach gibt es zusätzlich Aquazumba und Aquagym.

Doch die finanzielle Unterhaltung der Freibäder ist für die Träger immer eine knifflige Angelegenheit, da hilft es sehr, wenn Vereine oder ehrenamtliche Helfer oder Gruppen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen: In Gutach gibt es einen Förderverein, der laut Harr "nicht mehr wegzudenken ist". In Kollnau und Simonswald unterstützt die DLRG die Schwimmmeister in der Wasseraufsicht, in Kollnau und Oberprechtal gibt die DLRG zusätzlich Schwimmkurse. In Elzach unterstützt die seit Jahren bestehende IG Bad "das Freibad in hohem Maße": Es wurde ein Schwimmbadkonzert veranstaltet und im Zuge einer Ferienspielaktion neue Attraktionen geschaffen. Zusätzlich unterstützt die DLRG in Elzach. Darüber hinaus konnten durch die IG Bad in den letzten Jahren einige bauliche Veränderungen realisiert werden, dieses Jahr die Erweiterung des Kleinkindbereiches. In Gutach und Simonswald berichtete man ebenfalls über Erweiterungen im Schwimmbad. Während Veränderungen am Kiosk in Gutach dafür sorgen, dass dieser nun auch an kälteren Tagen von außen genutzt werden kann, konnte man in Simonswald ein Sonnensegel über dem Planschbecken errichten.

In Oberprechtal ist sogar der ganze Schwimmbadbetrieb unter der Obhut eines Vereins. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins kümmern sich um den ganzen Ablauf. Wer schwimmen will, muss Mitglied sein, dafür entfällt dann die Badeaufsicht. Für Gelegenheitsbesucher oder Touristen gibt es eine Kurzmitgliedschaft. Von dieser wird nach Angaben des 1. Vorsitzenden des Schwimmbadvereins Oberprechtal reger Gebrauch gemacht. Mit dem Verlauf der Schwimmbadsaison ist er sehr zufrieden. "Es ist nicht so überlaufen, das schätzen gerade Touristen und junge Familien."

In den Medien wurden besonders in diesem Jahr immer wieder Disziplinprobleme in Verbindung mit Schwimmbädern gebracht. So war zum Beispiel Kehl in unserer Region betroffen, so dass zusätzlich ein Sicherheitsdienst notwendig wurde. Solche Nachrichten sind aus dem Elztal glücklicherweise nicht zu hören. "Solche Verhältnisse gibt es in Elzach nicht, es geht im Bad sehr familiär zu. Es beschränkte sich auf einzelne Tagesverweise, die ihre pädagogische Wirkung entfalteten", so Thomas Tränkle. Auch in den anderen Bädern im Tal gab es "keine nennenswerten Vorfälle."