Bilderbuchjahr – doch weniger Geld

Aribert Rüssel

Von Aribert Rüssel

Sa, 15. Juni 2019

Emmendingen

Winzergenossenschaft Mundingen-Landeck zog Bilanz.

EMMENDINGEN-MUNDINGEN/LANDECK. Die Freude über den guten Jahrgang 2018 hielt sich bei der Hauptversammlung der Winzergenossenschaft Mundingen-Landeck in Grenzen. Für die Winzer ist es bedrückend, dass qualitativ sehr gute Jahrgänge nicht den erhofften Erlös bringen, sondern durch größere Mengen zu einer Verminderung der Auszahlung führen.

Obwohl es ein Weinjahr wie aus dem Bilderbuch war: Ein ungewöhnlicher trockener Jahrgang, der außergewöhnlich Mengen, erstaunliche Mostgewichte und eine gute Traubengesundheit bis zum Ende der Lese lieferte.

Dies war auch dem sehr informativen Bericht von Eckart Escher vom Badischen Winzerkeller zu entnehmen. Er begründete es damit, dass die Übermengen einen erhöhten Druck auf die Erzeugerpreise ausübten. Das bekommen auch die Mundinger und Landecker Winzer zu spüren. Zumal ihre Bilanz, bedingt durch rückläufige Teilselbstvermarktung, sich zusätzlich negativ darstellt. So stellte Hans Gerber erneut fest, dass sich dieser Bereich als nicht mehr rentabel und deckend darstelle und so wies die Gesamtbilanz ein Minus von 1832 Euro aus.

Entsprechend haben Vorstand und Aufsichtsrat reagiert und Vorsitzende Manuela Krayer sagte dazu: "Der Jahresabschluss zeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, die Teilselbstvermarktung aufzugeben und den Weinhof in der Landecker Straße zu schließen." Der Abverkauf erfolgt im so genannten "Wirtschäftli" bei der Annahmestelle, einige Weine sind bereits ausverkauft. Die Teilselbstvermarktung soll am 30. Juni 2020 enden. Es wird geprüft, inwieweit der Verkauf in naher Zukunft über den Badischen Winzerkeller erfolgen und abgewickelt werden kann. Bis dies geklärt ist, läuft der Verkauf an der Annahmestelle immer samstags von 10 Uhr bis 12 Uhr weiter.

Die ersten Weine unter der Betriebsnummer des Badischen Winzerkellers wurden schon abgefüllt und können dann über den Online-Shop des Winzerkellers erworben werden.

Außerdem will sich der Vorstand weiterhin Gedanken über die Zukunft der Genossenschaft machen. Konkrete Aussagen dazu gab es in der Hauptversammlung nicht, jedenfalls wird es für den Vorstand und vor allem für Vorsitzende Krayer, die erneut einstimmig gewählt wurde, nicht einfacher werden.

Dass alles im Lot ist, belegte nicht nur die einstimmige Zustimmung zum Jahresabschluss, sondern auch der Bericht von Gabi Ehrenfelder vom Aufsichtsrat. Sie bestätigte dem Vorstand eine verantwortungsvolle Geschäftsführung, was auch eine Prüfung des Genossenschaftsverbandes beglaubige. Damit seien Aufsichtsrat und Vorstand ihren Aufgaben nachgekommen.

Im Geschäftsjahr 2018 wurden mit einer Fläche von 14,55 Hektar insgesamt 184 127 Kilogramm Trauben abgeliefert, im Vorjahr waren es 182 679 Kilogramm. Auch 2018 wurde die Arbeit im Weinberg wieder mit einer Gold-, fünf Silber- und einer Bronzemedaille belohnt.