MARKTPLATZ 11: Bienenweide statt Schottergarten

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Sa, 15. Juni 2019

Emmendingen

Die Städte sollen wilder und grüner werden. Das jedenfalls wünschen sich die Umweltverbände im Hinblick auf den derzeit vieldiskutierten Klimawandel und das große Insektensterben. Insektenhäuser, gedimmte Straßenlaternen, Blüh- statt Grünstreifen und Wildwiesen in Parkanlagen, es gibt auch in Emmendingen schon einige gute Ansätze, um Bienen, Hummeln und Schmetterlinge auch in der Innenstadt zu schützen. Die Nachbarstadt Lahr macht nun vor, wie’s noch besser geht. Die Stadtverwaltung hat einen Wettbewerb für naturnah gestaltete Gärten ausgeschrieben und will damit dem aktuellen Trend der Steinwüsten entgegenwirken: Vorgärten mit jeder Menge Schotter und Palisaden aus Draht und grauem Stein prägen in vielen Neubausiedlungen das Bild, wo früher bunte und blühende Vielfalt herrschte. Die Hausbesitzer mögen es bei der Gartenpflege eben bequem und die Baumärkte liefern die passenden Rohstoffe. In Lahr soll das nun anders werden. Naturnahe und giftfreie Gärten werden von einer Jury besucht und prämiert. Die sichern nicht nur ein größeres Nahrungsangebot für heimische Insekten und andere Tiere, sie bieten ihrem Besitzer auch Raum für Entspannung und sind, ganz nebenbei, auch hübsch anzusehen.

Lampen wie auf dem Flugplatz

"Die kenn ich doch", sagte sich BZ-Leserin Dagmar Spohn, als sie die Lampenparade auf der Aufschlagseite der Freitagausgabe des Emmendinger Lokalteils begutachtete. Das Exemplar mit der Krähe kam ihr sehr bekannt vor, nicht nur weil der Lampentyp seit der Sanierung auch entlang der Karl-Friedrich-Straße für öffentliches Licht sorgt. Das Modell mit der runden Öffnung nach oben – von Spöttern als Basketballkorb bezeichnet – steht auch auf dem Internationalen Flughafen von Maskat, der Hauptstadt des Wüstenstaats Oman. Dort war Dagmar Spohn über Silvester und die markante Lampe stach ihr gleich ins Auge, zumal es beim Bustransfer zum Rollfeld bereits dunkel war. "Auf dem Vorplatz des Airports steht die Emmendinger Leuchte allerdings zu hunderten", berichtete die Leserin. Sollte die Internationalität des Lampenmodells bei der Auswahl für den Marktplatz eine Rolle spielen, so wäre der Favorit also schon einmal ausgemacht. Schließlich kann nicht schlecht für eine südbadische Kreisstadt sein, was für eine arabische Hauptstadt gut ist. Schau’n wir mal, wie sich die Stadträte entscheiden.