Engagierte Lenzkircherin

Ursula Harder

Von Ursula Harder

Sa, 04. April 2020

Lenzkirch

Trauer um Beate Ringwelski.

LENZKIRCH. Bestürzung hat bei vielen Lenzkirchern der Tod von Beate Ringwelski ausgelöst, die als Ärztin und engagierte Mitbürgerin bekannt und beliebt war.

In Thüringen geboren und aufgewachsen, floh sie kurz vor Ende ihres Medizinstudiums im Sommer 1968 zusammen mit ihrem späteren Ehemann aus der DDR. Sie beendete ihre Ausbildung in Marburg und arbeitete als Ärztin zunächst in Kliniken in Göttingen und Höchenschwand, bevor sie sich als Kur- und Hausärztin in Lenzkirch niederließ. Nach Aufgabe ihrer Praxis, die sie über 25 Jahre führte, arbeitete sie längere Zeit für German Doctors (früher Ärzte für die Dritte Welt) auf den Philippinen. Unter anderem leitete sie dort auch für einige Monate das Krankenhaus auf Mindanao. Zurück in Deutschland, durchlief sie noch eine psychotherapeutische Ausbildung und arbeitete in Reha-Kliniken. In ihrem Ruhestand arbeitete sie für einen medizinischen Verlag, las Korrektur für medizinische Fachbücher, verfasste fachliche Rezensionen und schrieb selbst ein Fachbuch mit dem Titel "Focusing – Ein integrativer Weg der Psychosomatik".

Ausgleich zu ihrem Beruf war das Laufen, ihr über viele Jahre mit Leidenschaft betriebenes Hobby. Als erfolgreiche Ausdauerläuferin nahm sie unter anderem an Marathons in New York und Hawaii teil sowie an einigen Ultra-Marathons, wie Swiss-Alpin und Rennsteiglauf, wurde Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse beim 100-Kilometer-Lauf und Dritte der Frauen im Europacup im Berglauf.

In Lenzkirch war Beate Ringwelski einige Jahre Gemeinderätin und über viele Jahre Mitglied in der Jugon-Kommission, wo sie dank ihrer sehr guten Sprachkenntnisse viele Aufgaben übernahm. Ihre Liebe zur Natur und zum Wandern drückte sich in der Arbeit im Schwarzwaldverein aus. Sie setzte sich für Flüchtlinge ein und betreute bis zuletzt noch mit Rat und Tat eine syrische Familie.

Mitglieder der Pfarrgemeinde erlebten sie als Sängerin im Kirchenchor und ab und zu auch mit ihrer Oboe, die sie erst im Ruhestand zu spielen lernte. Sie sang mit Begeisterung auch in anderen Chören im Hochschwarzwald. Ansonsten widmete sie ihren Ruhestand dem Reisen sowie Konzert- und Theaterbesuchen. Ganz besonders liebte sie die Zeit mit ihren Enkelkindern.