Erste Beisetzungen sollen bald möglich sein

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Sa, 13. Juni 2020

Häusern

Der Gemeinderat Häusern hat eine mögliche Satzung für den Ruhewald beraten / Zahlreiche Namen für Ruhestätte zur Auswahl.

. In absehbarer Zeit sollen die ersten Beisetzungen im Ruhewald Häusern, wie die Einrichtung der Gemeinde heißen wird, möglich sein. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den Entwurf der Friedhofssatzung beraten, die nach Rücksprache mit dem Landratsamt beschlossen werden soll. Demnach beträgt die Gebühr für ein Nutzungsrecht einer einzelnen Ruhestätte an einem Ruhebaum 600 Euro, Beerdigungskosten fallen in Höhe von 220 Euro an. Rund 5000 Quadratmeter umfasst das Gelände des Ruhewaldes im Gewann "Rotreute", rund 40 junge Bäume stehen für Beisetzungen bereit. Ein Kiesweg führt in das Gelände hinein, ein kleiner Platz mit einer Bank bietet Gelegenheit zum Verweilen.

Im Ruhewald werden ausschließlich Urnengräber an Gemeinschaftsbäumen zur Verfügung gestellt, überwiegend Buchen wurden für die Beisetzungen ausgesucht und mit Nummern versehen (die BZ berichtete). Jeweils sechs Urnen finden an einem Baum ihren Platz, jede Grabstelle ist nur für die Beisetzung einer Urne bestimmt. Eine Ausnahme bilden Ehegattengräber, in denen der Ehe- oder Lebenspartner oder ein anderer Familienangehöriger zusätzlich beigesetzt werden kann. Das Belegungsrecht an den Gemeinschaftsbäumen wird einzeln an unterschiedliche Erwerber vergeben, Reservierungen sind nicht möglich, sieht der Satzungsentwurf vor.

Rechnungsamtsleiter Martin Maurer hatte die Kosten für Nutzungsrecht und Beisetzungen kalkuliert. Für Verstorbene, die auswärts gewohnt haben, wird ein Zuschlag von 75 Prozent fällig, es sei denn, sie wären innerhalb von fünf Jahren nach dem Wegzug verstorben und zuvor mindestens zehn Jahre in der Gemeinde wohnhaft gewesen. Gleiches gelte auch für Personen, die in einem Senioren- oder Pflegeheim gelebt haben. Wenn an den Bäumen eine Namenstafel angebracht werde, erhebe man einen Selbstkostenpreis. Die Kostendeckung liege, anders als beim Friedhof, bei dem nur eine Kostendeckung von 50 Prozent erzielt wird, bei 100 Prozent, so Maurer. Ein weiterer Punkt, den die Räte beschließen sollten, war der Name der Einrichtung.

Zahlreiche Vorschläge, darunter "Ruhewald Rotreute" , "Ruhewald am Bildstöckle", "Gottesacker", "Fridolinswald", "Naturfriedhof Häusern" und "Waldfrieden", waren gemacht worden. Bürgermeister Thomas Kaiser hatte sich für den Namen "Ruhewald am Bildstöckle" nach den nahegelegenen Bildstöckle mit den Schutzheiligen Fridolin und Blasius stark gemacht.

Anders sah dies Monika Grüninger, die den Namen "Ruhewald Häusern" favorisierte. Wichtig sei gerade für Auswärtige zu wissen, wo sich der Ruhewald befinde, so ihre Argumentation, ein Bildstöckle könne sich überall befinden. Dieser Argumentation folgte die Mehrheit des Gremiums, sieben Räte stimmten für den Namen "Ruhewald Häusern", zwei für "Ruhewald am Bildstöckle", es gab eine Enthaltung.

Bürgermeister Thomas Kaiser will den Satzungsentwurf nun dem Landratsamt vorlegen, sobald es von dort grünes Licht gibt, soll die Satzung beschlossen werden, sodass in absehbarer Zeit die ersten Beisetzungen im Ruhewald stattfinden können. Eine Urne stehe bereits für die Beerdigung im Ruhewald bereit.