Erster Arbeitsmarkt saugt Leistungsempfänger ein

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 30. Juli 2021

Offenburg

Im Juli haben 149 Arbeitssuchende sich von Hartz IV verabschiedet.

(BZ). Auch die Kommunale Arbeitsförderung des Ortenaukreises (KOA), die sich um Menschen im Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs II (SGBII, Hartz IV) kümmert, hat Positives zu vermelden: Im Juli registrierte sie einen überraschend starken Rückgang bei den Fallzahlen. "Der Trend hält damit nicht nur an, sondern hat sich gegenüber den vorangegangenen Monaten sogar verstärkt", heißt es in einer Pressemitteilung der KOA.

So beziehen aktuell 7390 Familien beziehungsweise Haushalte die sogenannten Hartz IV-Leistungen. Dies sind 212 weniger als im Vormonat und entspricht einem Rückgang von 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sogar um 6,4 Prozent abgenommen, in absoluten Zahlen eine Minus von 504.

"Zu dieser Entwicklung hat die hohe Zahl an Arbeitsmarktintegrationen ganz wesentlich beigetragen", hat Armin Mittelstädt, der Leiter des Ortenauer Jobcenters, als Erklärung parat für die aktuelle Situation im SGB II-Bereich. So hätten im Juli insgesamt 149 Arbeitsuchende eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgenommen, das sind knapp doppelt so viele wie im Vorjahr und der bisher höchste Wert in diesem Jahr. Doch das muss nicht so bleiben: "Durch die aktuell wieder steigenden Inzidenzwerte und damit mutmaßlich verbundenen Einschränkungen gibt es trotzdem einen Unsicherheitsfaktor, der das Erreichte schnell wieder zunichtemachen kann", tritt Mittelstädt ein wenig auf die Euphoriebremse.

Aktuell erhalten insgesamt 15 692 Personen Leistungen der KOA. Die Gesamtzahl der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Leistungsberechtigten beträgt 7664. Hinzu kommen 4543 nichterwerbsfähige Sozialgeld-Empfänger, 2460 reine Arbeitslosengeld II-Leistungsbezieher, die zum Beispiel als Alleinerziehende Kinder unter drei Jahren betreuen, sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden oder als über 58-Jährige nicht mehr vermittelt werden möchten, sowie 1025 sonstige Leistungsberechtigte, die keine Regelleistungen beziehen.