Wenn ein Baum für Fußgänger zum Hindernis wird

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Fr, 20. September 2019

Ettenheim

Stadträtin Ulrike Schmidt spricht von Schildbürgerstreich / Auch Platzierung von Blumenkübeln sorgt für Verdruss.

ETTENHEIM (ksc). Es ging in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses um problematische Stellen für Fußgänger und Radfahrer in der Stadt. Als Schildbürgerstreich bezeichnete Ulrike Schmidt (CDU) dabei den Fußweg am nördlichen Ende der Carl-Schneider-Straße (gegenüber Schuh-Oberle).

Der dort ausgewiesene Fußgängerweg ende direkt an einem Baum. Eine Überquerungshilfe über die Carl-Schneider-Straße sei dort nicht eingezeichnet. Bürgermeister Bruno Metz schien ob der Kritik sichtlich genervt: Bisher habe man sich daran gestört, dass auf dem vorgesehenen Gehweg Autos parkten, nun sei es auch nicht recht.

Marion Fleig hielt der Verwaltungsspitze eine schlechtgemachte Lösung an anderer Stelle vor. Wenn man schon dazu auffordere, gerade auch in der Altstadt die Gehwege freizuhalten, dann sollte die Stadt selbst doch mit gutem Beispiel vorangehen und nicht, wie beispielsweise vor dem ehemaligen CaSu-Gastrobetrieb, die Durchgangsbreite der Gehwege durch die städtischen Blumenkübel zu reduzieren, so die FLE-Stadträtin.

Auch für die Fahrradfahrer sahen etliche weitere Gemeinderäte erschwerte Bedingungen. Schüler beispielsweise würden durch die derzeitige Baustelle in der Bienlestraße arg in Nöte geraten, beklagte Beate Kostanzer (SPD). Es fehlten entsprechende Hinweise für die jungen Radfahrerinnen und Radfahrer.

Abstellplätze für Fahrräder fehlen

Ralf Glanzmann (CDU) und Olaf Deninger (SPD) sprachen von fehlenden Möglichkeiten, das Fahrrad in der Altstadt sicher und dabei auch diebstahlsicher abzustellen. Sie nannten dabei für den Bereich Eisdiele/Pflug/Marienplatz konkrete Gestaltungsmöglichkeiten. Von der Verwaltungsspitze war in der Replik zu hören, dass das Tiefbauamt der Stadt das Defizit bereits erkannt habe und konkret an einer Verbesserung der Situation arbeite.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch der zu Beginn der Ausschusssitzung am Dienstag im Rohansaal gestellte Antrag von Stadträtin Sabine Meier (FLE) logisch, den Tagesordnungspunkt Sachstandsbericht Radverkehrskonzept von der Tagesordnung zu nehmen. Ihr Argument: Der Sachstandsbericht sei in der nächsten Gemeinderatssitzung besser aufgehoben, weil nach der Wahl eine beträchtliche Zahl neuer Gemeinderäte dem Gremium angehörten, die den komplexen Inhalt nicht kennen würden und deshalb einen größeren Informationsbedarf hätten. Diesem könne die Verwaltung dann nachkommen.

Bürgermeister Bruno Metz signalisierte schnell, dass er mit diesem Antrag mitgehen könne. Der Tagesordnungspunkt wurde auf die Sitzung des Gemeinderats kommende Woche vertagt.