Evonik und Stadt gewinnen Ultraeffizienz-Wettbewerb

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 04. Oktober 2019

Rheinfelden

Landesumweltministerium zeichnet für nachhaltige Produktion aus.

RHEINFELDEN (BZ). Ein Industriegebiet frei von Abluft, Abwasser, Lärm und Müll: Ein erster Meilenstein ist in Rheinfelden erreicht worden. Umweltminister Franz Untersteller hat die Firma Evonik und die Stadt stellvertretend für die beteiligten Unternehmen als Gewinner des Ultraeffizienzfabrik-Wettbewerbs ausgezeichnet.

Der mittlerweile sehr strapazierte Begriff der Nachhaltigkeit wird in den Industriegebieten entlang der Friedrichstraße und in Herten mit neuen Inhalten gefüllt, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums. Ultraeffizienz lautet hier das Schlagwort. Im Kern geht es darum, effizient und effektiv zu produzieren, was sich auch der Evonik-Standortleiter Olaf Breuer auf die Fahnen geschrieben hat. "Als größter industrieller Arbeitgeber in Rheinfelden sehen wir uns als ein Vorreiter bei den Themen Nachhaltigkeit, CO2-Reduzierung und Effizienzsteigerung", wird er zitiert.

Evonik wurde stellvertretend für die beteiligten Unternehmen mit der Stadt Rheinfelden und der Wirtschaftsförderung (WST) bei der Verleihung des Umwelttechnikpreises in Fellbach von Umweltminister Franz Untersteller gewürdigt. "Auf technisch höchstem Niveau effizient und effektiv zu produzieren, dabei die Umweltbelastung zu minimieren oder zu vermeiden und zugleich Zielkonflikte zu lösen – kurz: Die zukünftige industrielle Produktion mit dem urbanen Leben in Einklang zu bringen – das verbirgt sich hinter dem gesamtheitlichen Ansatz der Ultraeffizienzfabrik", erläuterte Untersteller die Idee hinter dem Wettbewerb.

Eine zuvor durch die drei Stuttgarter Fraunhofer-Institute IPA, IAO und IGB durchgeführte Untersuchung war zu dem Ergebnis gekommen, dass Rheinfeldens Industriegebiete bereits in großem Maße ultraeffizient sind. Damit hatte die südbadische Kommune die Nase im Wettbewerb vorn.

Genau wie andere Unternehmen stellt sich Evonik die Frage, wie man die eigene Effizienz im Sinne des Schutzes von Mensch und Umwelt noch weiter steigern kann. Ein Fokus liegt dabei auf der (Ultra-)Effizienzsteigerung der industriellen Produktion. So habe sich der Rheinfelder Standort des Spezialchemieunternehmens schon seit mehreren Jahren die Senkung des CO2-Ausstoßes zum Ziel gesetzt. Zudem wird der ideale Einsatz von Rohstoffen gefördert. Möglich macht das zum einen ein effizientes System aus digitalen Tools und zum anderen ein regionaler Verbund, der nicht nur Evonik mit Stoffen versorgt, sondern auch andere Unternehmen. Ganz klare Vorteile gibt es am Rhein gelegen auch bei der Versorgung mit Strom: Schon jetzt fließt die Energie aus CO2-freundlichen Ressourcen wie der Wasserkraft und der eigenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage.

Im Sinne der "Ultraeffizienz" reiche das allerdings noch nicht aus, findet Breuer. So seien etwa konkrete Projekte mit den Stadtwerken und dem Energiedienst wie die Nutzung der Abwärme zum Beheizen von Wohnräumen geplant.