Beeindruckende Sehenswürdigkeiten

Frank Hellmann

Von Frank Hellmann

Fr, 15. März 2019

1. Bundesliga

DER GEGNER: Gladbach will die Ergebnis-Delle überwinden / Matthias Ginter muss passen.

MÖNCHENGLADBACH. Touristisch gesehen hat der Mönchengladbacher Nordpark einiges zu bieten. Das größte Hockey-Stadion der Welt beispielsweise. Oder die Anfang des 20. Jahrhunderts, im Stils des Historismus erbauten Gebäude der ehemaligen Rheinischen Fürsorge-Erziehungsanstalt. Zweigeschossige Ziegelsteinbauten, die in der Denkmalliste der Stadt am Niederrhein stehen.

Der meistbesuchte Ort aber im Nordpark ist natürlich der Borussia-Park, wo Borussia Mönchengladbach sein Heimspiel an diesem Freitag gegen den Sportclub Freiburg austrägt. Und wo es gegen die Gäste aus dem Breisgau jetzt um Grundsätzliches geht: Ist die Delle mit dem jüngsten 1:0-Arbeitssieg beim FSV Mainz, Prädikat eher schmutzig als schön, wirklich überwunden? Und hat die Fohlen-Elf nach drei krachenden Heimniederlagen gegen Hertha, den VfL Wolfsburg (jeweils 0:3) und Bayern München (1:5) die richtigen Lehren gezogen?

Trainer Dieter Hecking neigt in Hochphasen nicht dazu, abzuheben, gleichermaßen ruhig bleibt der frühere Polizist in Krisenzeiten. Antizyklisches Verhalten nennt das die Branche. Trotz dreier Niederlagen am Stück nahm der 54-Jährige keinen Systemwechsel seiner vor der Saison festgelegten 4-3-3-Formation vor, sondern appellierte an "die Verlässlichkeit bei der Arbeit gegen den Ball". Den Einbau eines defensivstarken Sechsers, Tobias Strobl, stärkte die Stabilität. "Eine Ergebnisdelle hast du immer mal wieder bei 34 Spieltagen", sagt der 28-Jährige, "jetzt hoffen wir natürlich, dass wir diese überwunden haben." Mit ihm wirkt das Gebilde deutlich kompakter. Sollte Strobl wieder spielen, müsste erneut Weltmeister Christoph Kramer auf die Bank. Nur ein Beweis, wie breit der Kader eigentlich in Mönchengladbach aufgestellt ist.

Max Eberl: "Mit Labern schaffst Du’s nicht nach Europa."

Allerdings schmerzt der aktuelle Ausfall von Matthias Ginter: Der in Freiburg geborene Innenverteidiger fällt wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel aus und dürfte wieder durch Tony Jantschke, "unseren 1b-Verteidiger" (Hecking) ersetzt werden. Damit ist auch der Einsatz des 25-Jährigen in den Länderspielen gegen Serbien in Wolfsburg (20. März) und in Amsterdam gegen die Niederlande (24. März) offen. "Wenn wir am Sonntag gespielt hätten, hätte es klappen können. Aber er hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert, daher macht es wenig Sinn", sagte Hecking, der mit Max Eberl ein gutes Gespann bildet.

"Wir beide haben uns nie beunruhigen lassen", hat der Sportvorstand zuletzt sehr gelassen versichert. Das jüngste Resultat gegen Mainz war die passende Antwort auf die Debatten, die der 1:5-Abreibung gegen den FC Bayern gefolgt waren. Gegen Freiburg soll die Trendwende geschafft werden, aber niemand wird den Manager Eberl dazu verleiten, großspurige Ziele auszugeben. "Europa schafft man nicht durch Laberei", sagt der 45-Jährige, "wenn wir unsere Punkte holen, können die anderen machen, was sie wollen."

Gleichwohl hat der Baumeister, der sich langfristig gebunden hat, natürlich im Blick, dass Bayer Leverkusen und vor allem Eintracht Frankfurt Druck auf den Tabellenvierten ausüben. Nur: Zweimal hat Mönchengladbach nicht an einem europäischen Wettbewerb teilgenommen, und das war beileibe kein Beinbruch. Im Gegenteil: Die Entwicklung des Klubs neben dem Platz schreitet ohnehin unaufhaltsam voran. Gleich neben dem Stadion wächst ein Gebäude in die Höhe, das bald ein Museum, einen Fanshop und ein Hotel beherbergen wird. Der imposante Neubau gilt dem Klub als Symbol des Wachstums. Nur eine Frage der Zeit, bis der auch in der Liste der Sehenswürdigkeiten erscheint.