Gegenwind für Nagelsmann

dpa

Von dpa

Fr, 04. Oktober 2019

Fussball International

Leipzig scheitert in der Champions League gegen Lyon am eigenen Unvermögen.

LEIPZIG (dpa). Wochenlang ging es für Julian Nagelsmann und sein Team nur nach oben, jetzt steht die junge Mannschaft von RB Leipzig nach zwei Pleiten in Folge erstmals voll im Wind. Mit fatalen Abwehrfehlern und teilweise irrwitzig vergebenen Großchancen besiegte sich Leipzig beim 0:2 (0:1) in der Champions League gegen Olympique Lyon selbst. Deshalb ist in der Fußball-Bundesliga am Samstag bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/Sky) bereits Druck auf dem Kessel. Borussia Dortmund, der kommende Gegner des SC Freiburg, siegte derweil in Prag.

"Ich will es nicht größer machen, als es ist. Aber zwei Spiele hintereinander zu verlieren, ist nicht gut. Auch wie wir es verloren haben, ist nicht gut. Wir müssen jetzt den Akku wieder aufladen und nach vorn schauen", sagte Emil Forsberg. Der schwedische Spielgestalter saß nach einer mäßigen Vorstellung beim 1:3 gegen Schalke gegen Lyon zunächst auf der Bank, gab dem Spiel nach seiner Einwechslung nur wenig Impulse.

Die nächste Pleite ließ sich jedoch keineswegs an Forsberg festmachen. Vielmehr am Heimkomplex von Timo Werner, der trotz zweier Großchancen in der Königsklasse weiter torlos in der Red-Bull-Arena blieb. Und natürlich an den beiden folgenschweren Fehlern von Dayot Upamecano und Nordi Mukiele in der letzten Reihe, die zu den Gegentoren durch Memphis Depay (11.) und Martin Terrier (65.) führten.

Dortmund kann aufatmen

Trainer Nagelsmann sah dennoch ein "gutes Spiel mit viel Power und Leidenschaft". Er sehe das "nicht so dunkel. Jetzt haben wir ein schweres Auswärtsspiel in Leverkusen, da brauchen wir uns nichts vormachen. Aber auch da wollen wir gewinnen und trotz der Mini-Ergebniskrise erfolgreich sein", sagte der 32-Jährige. Man kann Nagelsmann zugute halten, dass er in der starken Anfangsphase der Saison immer wieder vor Rückschlägen gewarnt hat. Die Entwicklung sei gut, aber noch lange nicht abgeschlossen. Das Spiel gegen Lyon wertete der Trainer als Fortschritt – was nicht jeder der mehr als 40 000 Fans im Stadion so gesehen haben dürfte.

"In fast allen Spielen hatten wir die wichtigen Momente auf unserer Seite. Das war gegen Lyon nicht so. Es ist für mich kein Abwärtstrend. Ich sehe da eher ein Effizienzproblem", betonte Nagelsmann. Allerdings fällt auf, dass RB sowohl gegen Schalke (65 Prozent) als auch gegen Lyon (55 Prozent) mit dem Übergewicht an Ballbesitz wenig anzufangen wusste. Zu allem Überfluss wackelt auch noch das Prunkstück. Die Abwehr war in der vergangenen Saison die beste der Liga. Jetzt muss die Defensive für fünf Gegentore in zwei Spielen geradestehen. "Wenn man die fünf Tore sieht, dann waren viele individuelle Fehler dabei", erklärt Torwart Peter Gulacsi: "Das haben wir in der vergangenen Saison selten gemacht. Das müssen wir abstellen."

Im Bundesligaspiel in Leverkusen dürften Leipzig allerdings zwei Faktoren gelegen kommen. Zum einen ist Bayer eine Mannschaft, die selbst gern den Ball hat. So kann RB voll auf sein Umschaltspiel setzen. Außerdem waren die Reisen ins Rheinland recht erfolgreich, in drei Spielen gab es zwei Siege und ein Unentschieden.

Borussia Dortmund, am Samstag zu Gast beim SC Freiburg, konnte nach zuletzt durchwachsenen Leistungen in der Liga am Mittwochtagabend aufatmen. Das Team von Lucien Favre hat dank Aushilfsstürmer Achraf Hakimi den Mentalitäts-Test auf der Champions-League-Bühne bestanden und ein Erfolgserlebnis gefeiert. Der Bundesligist siegte dank der zwei Tore von Hakimi (35./89.) bei Slavia Prag 2:0 (1:0) und machte damit einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale. Mit vier Punkten können die Westfalen ein wenig entspannter zum Auswärtsspiel am dritten Spieltag bei Inter Mailand am 23. Oktober fliegen. "So ein Sieg ist durch nichts zu ersetzen", sagte Sportdirektor Michael Zorc, "wir sind sehr erleichtert, weil wir die zurückliegenden drei Spiele nicht gewonnen haben."