Dem neuen Arbeitgeber wehtun

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Fr, 17. Mai 2019

Kreisliga Schwarzwald

Mario Heinrich, Trainer des A-Kreisligisten SV Eisenbach, erwartet den FC Lenzkirch, den er in der neuen Saison führen wird.

FUSSBALL-KREISLIGA A II. Mario Heinrich, der für die BZ den kommenden Kreisliga-A-Spieltag kommentiert, ist ein Mann mit Ecken und Kanten, pragmatisch im Ansatz, manchmal impulsiv. Am Sonntag erwartet der Trainer, den die Eisenbacher Vereinsführung in der kommenden Saison nicht mehr an der Seitenlinie sehen wollte, mit seinem Team auf den FC Lenzkirch, der durchaus noch Chancen auf den Titel hat. Ein pikanter Vergleich – denn Heinrich wird zum 1. Juli neuer Coach des FCL.

"Ich kann ein richtiger Schwarzwälder Holzkopf sein", sagt Heinrich über Heinrich. Konsequent bis zur Sturheit sei er, wenn er von einer Sache überzeugt ist. Dass er mit seiner Mannschaft am Sonntag der Vereinsführung und den Spielern seines neuen Arbeitgebers wehtun will/muss, sei eine Selbstverständlichkeit. Als Trainer des SV Eisenbach habe er einen klaren Auftrag zu erfüllen. Das Ziel des SVE heißt Klassenerhalt und dass sie den mit aller Macht erreichen wollen, bewiesen die Eisenbacher am vergangenen Sonntag mit einem 1:1 in Grafenhausen. Die SVG-Elf traf zwar mehrfach Latte und Pfosten, aber nur einmal ins Tor. "Und am Ende hätten wir sogar gewinnen können", erinnert sich Heinrich an die tapfere Leistung seiner Mannschaft, die angetreten war, mit aller Macht einen Punkt zu erkämpfen. Dass die Grafenhausener damit zwei Zähler im Kampf um die Meisterschaft verloren, könnte im Fernduell der sechs (!) Titelanwärter von großer Bedeutung sein.

Zu den Spitzenteams zählt auch der auf Rang drei notierte FC Lenzkirch – obwohl Übungsleiter Zeljko Cosic, wie Heinrich ein Typ mit Ecken und Kanten, aktuell an der spielerischen Klasse seiner Mannschaft zweifelt. Sein Nachfolger könnte also durchaus einen Aufsteiger übernehmen. Wie wär’s mit einem Bezirksligisten, Herr Heinrich? "Ich hätte nichts dagegen", sagt der zukünftige FCL-Coach, "ich werde das übernehmen, was da ist". Doch über die Zukunft zu spekulieren, sei seine Sache nicht. So viel Spannung wie in dieser Saison habe es in der Kreisliga A seit langem nicht gegeben, "diese Liga gibt aktuell extrem viel her".

SV Hinterzarten – TuS Bonndorf II: Die Hinterzartener erwartet eine Serie voller Endspiele, wenn sie noch ins Titelrennen eingreifen wollen. "Die spielerische Klasse ist da", so Heinrich, "die Ruf-Elf kann jeden schlagen". Tipp: 2:0.

SV Öfingen – SSC Donaueschingen: Die Öfinger gelten als bestes Heimteam der Liga, doch auswärts leistete sich das Team des Tabellensiebten jüngst mit dem 0:6 in Bonndorf einen bösen Ausrutscher. Die Donaueschinger stehen punktgleich mit Spitzenreiter Aasen ganz oben, haben aber Besetzungssorgen. "Das wird ein schönes 2:2", so Heinrich.

FC Löffingen II – TuS Oberbaldingen: Der Klassenerhalt ist für die Oberbaldinger außer Reichweite, die Motivation schwindet, das Restteam droht zu zerbröseln. Die spielstarken Löffinger können im Abstiegskampf einen entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Tipp: 3:1.

SG Kirchen-Hausen – SV Grafenhausen: Die SG steht auf Rang vier, der SVG einen Zähler dahinter auf Rang fünf. "Beide Teams sind noch ganz dick im Titelrennen." Weil er die Grafenhausener Angriffslust jüngst erlebt hat und die Torgefahr der SG-Elf kennt, ist Heinrich überzeugt, "dass das ein Spiel wird, bei dem die Zuschauer ausrasten, weil es am Ende 3:4 heißen wird."

SG Riedöschingen/Hondingen – SV Aasen: Trotz sieben Niederlagen stehen die Aasener, die nach dem Aufstieg Mühe hatten, Tritt zu fassen, jetzt ganz oben und scheinen bereit zum Durchmarsch in die Bezirksliga. Doch mit Saisonsieg Nummer 16 werde es in Riedöschingen nichts werden, so Heinrich: Er tippe auf ein 1:1, "damit es im Titelrennen spannend bleibt".

SV Eisenbach – FC Lenzkirch: Heinrich erhofft sich bestes Fußballwetter auf dem Höchstsportplatz. "Wir werden alles daran setzen, auf unserem Kunstrasen die maximal möglichen Punkte zu holen, damit der Klassenerhalt näher rückt."

FC Pfohren – SV Gündelwangen: Das Team von Pfohrens Trainer Andreas Binder steht nur einen Zähler über dem ominösen Strich, der Drinbleiber und Absteiger trennt. Mit aktuell 22 Punkten stehen die Gündelwanger auf dem drittletzten Platz und sind damit der Kreisliga B gefährlich nahe. "Beide Teams brauchen jeden Punkt", so Heinrich. Die Heimstärke spreche für Pfohren. Tipp: 2:0.