Stegen kehrt in die Landesliga zurück

Andreas Klein

Von Andreas Klein

Mo, 27. Mai 2019

Verbandsliga Südbaden

Der Freiburger FC wahrt im Dreisamtal mit einem klaren Erfolg am vorletzten Spieltag seine Chance auf den Verbandsliga-Titel.

FUSSBALL. Verbandsliga: FSV Rot-Weiß Stegen – Freiburger FC 1:6 (1:3). Eine Entscheidung stand nach dem Derby fest: Die Stegener müssen nach nur einer Spielzeit das südbadische Oberhaus wieder verlassen, sie steigen in die Landesliga ab. Der FFC darf dagegen weiter auf den Oberliga-Aufstieg hoffen, benötigt dazu jedoch Schützenhilfe des Offenburger FV, der am letzten Spieltag auf Rielasingen-Arlen trifft.

Auch wenn es nach der deutlichen Niederlage seiner Meinung nach ein bisschen paradox anmutete, lobte FSV-Trainer Stefan Schwär unter ehrlichem Applaus der Anwesenden bei der Pressekonferenz seine Spieler in den höchsten Tönen: "Kompliment, Jungs, ihr habt heute wirklich ein gutes Spiel gemacht." Tatsächlich hatte seine Mannschaft dem großen Favoriten bei dessen erstem Pflichtspiel im Dreisamtal mutig und mit spielerischen Mitteln beizukommen versucht und sich in erfreulichem Gegensatz zu anderen Teams keiner rein defensiven Gangart bedient. Allerdings waren die Stegener mit zunehmender Spieldauer an ihre Grenzen gestoßen, was letztlich zu der zweiten 1:6-Niederlage in ihrer Premierensaison in der Verbandsliga führte.

Erwartungsgemäß ging der FFC nach einer knappen Viertelstunde in Führung. Jedoch musste dafür ein von Schlussmann Rafael Rammo an Ivan Novakovic verschuldeter Strafstoß herhalten, den Marco Senftleber verwandelte. Ein erneuter Strafstoß nach Foul von Artur Fellanxa an David Knobelspies führte durch FSV-Kapitän Marco Kürner zum 1:1, das aber nur kurze Zeit Bestand hatte. Wiederum eine Standardsituation nutzte Alexander Martinelli zur erneuten Freiburger Führung. Einen Freistoß nach Foul von Marco Kürner an Aslan Ulubiev zirkelte der an diesem Tag spielfreudigste FFC-Akteur unhaltbar ins linke Tordreieck. Kurz nachdem er die Latte getroffen hatte (36.), nutzte Martinelli ein kluges Zuspiel von Kevin Senftleber zum dritten Treffer, der den Pausenstand sowie eine Vorentscheidung bedeutete.

Der Underdog wehrte sich zwar auch in Durchgang zwei nach Kräften, blieb aber bei seinem Bemühen ohne Erfolg. Nachdem Martin Fischer nach einem gelungenen Spielzug an FFC-Keeper Niklas Schindler gescheitert war (53.), sorgte dessen Kapitän Fabian Sutter auf der anderen Seite mit einem Schuss aus der Drehung für das 4:1. Schließlich hatte David Knobelspies, dessen Direktabnahme das Tor nur knapp verfehlte (69.), noch eine Chance für die Stegener, ehe Marko Radovanovic und noch einmal Marco Senftleber auf 5:1 und 6:1 für den FFC stellten.

Freiburgs Chefcoach Ralf Eckert sieht weiterhin eine gute Chance auf Titelgewinn und Direktaufstieg in die Oberliga. Einen Zähler liegt der FFC vor dem letzten Spieltag hinter Tabellenführer Rielasingen. Eckerts Rechnung: "Wir müssen gegen Kuppenheim unsere Hausaufgaben machen und Offenburg gegen Rielasingen einen Punkt holen." Mit der Leistung am Freitag war er zufrieden: "Es war wichtig, den Gegner ernst zu nehmen und den nötigen Respekt zu zeigen. Das ist uns gelungen."

Die Stegener haben unterdessen als Tabellenvorletzter den Klassenerhalt nicht geschafft, bereicherten aber mit ihrem sympathischen und sportlich fairen Auftreten die Liga. "Wir sind nicht heute abgestiegen", sagte Co-Trainer Björn Kuschel und erinnerte an den tristen Herbst mit den beiden Heimniederlagen gegen Mörsch (0:1) und Oppenau (0:2).

Neben den Planungen für die neue Runde ist für Kuschel und Schwär erst einmal Daumendrücken für den FFC angesagt, sollte dieser zum dritten Mal in Serie die Relegation bestreiten. Schließlich haben beide eine lange und erinnerungswürdige Zeit beim Freiburger Traditionsverein in ihrer Vita stehen. Robin Dold, der das Gespräch mit den beiden Übungsleitern moderierte, schloss sich im Namen des FSV den guten Wünschen für die Freiburger an und meinte zu Ralf Eckert: "Wir wünschen euch aus Sympathiegründen den Aufstieg."

Stegen: Rammo, Schwendemann, Scholpp, Marco Kürner, Fischer, Knobelspies (69. Hermann), Skorski, Marcel Kürner, Mai (69. Buhl), Krusenotto (78. Ganter), Yannik Rohrer (66. Denzel). Freiburg: Schindler, Garcia Stein, Martinelli, Marco Senftleber, Ulubiev (69. Mourad), Novakovic, Fellanxa (46. Sutter), Gehring (63. Metzinger), Kevin Senftleber, Dreher, Eggert (73. Radovanovic). Tore: 0:1 Marco Senftleber (14./FE), 1:1 Marco Kürner (24./FE), 1:2, 1:3 beide Martinelli (31., 39.), 1:4 Sutter (62.), 1:5 Radovanovic (81.), 1:6 Marco Senftleber (84.). SR: Leisinger (Olten/CH). Zuschauer: 350.