Pünktlicher mit neuem Fahrplan?

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Fr, 14. Februar 2020

Endingen

Ab Montag fährt die DB Regio auf der Breisgau-S-Bahn mit geändertem Betriebskonzept / Umsteigen meist am gleichen Bahnsteig.

ENDINGEN/ KAISERSTUHL. Am Montag, 17. Februar, startet die DB Regio mit ihrem geänderten Fahrplankonzept, das die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des S-Bahn-Verkehrs in der Region verbessern soll. Ein Vergleich der online abrufbaren Fahrpläne zeigt: Wesentlichste Änderung ist die Inbetriebnahme der Strecke Gottenheim – Breisach. Ansonsten ändert sich zwischen Kaiserstuhl und Freiburg kaum etwas. Die Anschlüsse der Züge auf der Strecke Endingen – Gottenheim in Richtung Breisach sind ebenso gegeben wie Richtung Freiburg. Ohne Umsteigen geht es aber nicht.

Pendelverkehr bleibt vorerst
Die Pünktlichkeit der Züge auf der S-Bahn-Strecke zwischen Kaiserstuhl und Schwarzwald hat sich laut Auskunft der DB Regio im Januar zwar verbessert, doch von zufriedenstellenden Werten sei man noch weit entfernt. Durch das ab Montag geltende geänderte Betriebskonzept rechne man "mit signifikant mehr Pünktlichkeit", teilt die DB Regio auf BZ-Nachfrage mit. Zwischen Endingen und Gottenheim bleibt es beim Pendelverkehr mit Umstieg Richtung Freiburg. Einen vergleichbaren Pendelverkehr gibt es auch zwischen Titisee und Neustadt. Die durchgehenden Verbindungen gehen von Breisach bis Seebrugg. Dieser Fahrplan soll zumindest bis Juni so gefahren werden und für mehr Luft im insgesamt eng gestrickten Zeitplan sorgen.

Durchfahren im Stundentakt
Durchfahren vom Kaiserstuhl in Richtung Schwarzwald ist nach dem neuen Konzept künftig nur noch im Stundentakt möglich – um .49 ab Breisach oder .31 ab Endingen (mit Umstieg in Gottenheim). Lediglich bis kurz vor 7 Uhr gibt es halbstündige Verbindungen über Freiburg hinaus Richtung Osten. Die übrigen Verbindungen im Halbstundentakt zwischen Kaiserstuhl und Freiburg verpassen den Zug Richtung Schwarzwald knapp.

Kürzere Wege beim Umsteigen
Fahrgäste von Endingen nach Freiburg haben in Gottenheim künftig sechs bis sieben Minuten Zeit zum Umsteigen. Der Weg durch die Unterführung am Bahnhof Gottenheim wird aber nur bei den ganz frühen Verbindungen (4.51 und 5.23 ab Endingen) fällig. Ansonsten findet der Zugwechsel laut den digitalen Fahrplänen unmittelbar am gleichen Bahnsteig statt – auch in der Gegenrichtung. Eine Erleichterung für die Fahrgäste, denn immer wieder gab es Klagen darüber, dass ältere oder gehbehinderte Menschen den Anschlusszug in Gottenheim verpassten, weil der Weg für sie in der verfügbaren Zeit zu weit war. Eine Unsicherheit bleibt allerdings: Ab dem Zug, der um 12.31 in Endingen startet, fehlen Angaben zum Ankunftsgleis in Gottenheim.

Nach Breisach durch Unterführung
Mit der Öffnung der Teilstrecke Gottenheim – Breisach endet am Wochenende für Fahrgäste vom östlichen Kaiserstuhl in Richtung Ihringen und Breisach der Zwang, auf Busse umzusteigen. Allerdings: Die zumeist fünf Minuten Umsteigezeit müssen reichen, um von Gleis zwei an Gleis eins zu kommen.

Ausnahmen am Sonntag
Wer den Bahnverkehr von Endingen nach Freiburg genießen will, wie er eigentlich seit Mitte Dezember Realität sein sollte – mit den neuen Zügen, nahezu im Halbstundentakt und ohne Umsteigen in Gottenheim – dem bleiben nur die Züge an Sonn- und Feiertagen zwischen 6 und 9 Uhr. Danach fährt bis Mitte Juni die SWEG im Stundentakt mit Dieseltriebwagen bis Gottenheim; dort geht es dann mit Doppelstockwagen der DB Regio weiter nach Freiburg.

Orkanfolgen noch bis 23. Februar
Orkantief Sabine bescherte der DB Regio jede Menge zusätzliche Baustellen. Die Bahnstrecke durch das Höllental ist zwischen Himmelreich und Neustadt derzeit ebenso gesperrt wie der Abschnitt Titisee – Seebrugg. Für beide Strecken spricht die DB von einer Dauer bis voraussichtlich 23. Februar. Wer online seine jeweilige Verbindung sucht, bekommt mitunter aber nur die eine oder die andere Störung angezeigt.

Echtzeitinfos zum Fahrplan
Immerhin scheint sich bei den Echtzeit-Informationen zum S-Bahn-Betrieb etwas zu tun. Am Donnerstag berichteten Bahnnutzer von angezeigten Abfahrtszeiten, die vom Fahrplan abwichen, aber der tatsächlichen Abfahrt entsprachen. Einen Hinweis darauf, dass der Zug verspätet unterwegs war, gab es aber offenbar nicht.