FRAGEN SIE NUR!: Die Dosis macht das Gift

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Sa, 01. August 2020

Fragen Sie nur

Kann man zu viel Wasser trinken?

"Ja, doch, wie immer bei Giften macht die Dosis den Unterschied", sagt Armin Just vom Physiologischen Institut der Universität Freiburg. Menschen bestehen ungefähr zu 60 Prozent aus Wasser. Zweidrittel davon befindet sich innerhalb der Zellen, ein Drittel außerhalb. Diese Flüssigkeitsräume mit den in ihnen gelösten Salzen stehen im Gleichgewicht. Schwankt die Flüssigkeitsaufnahme, passen die Nieren ihre Ausscheidungsrate an, um die Salzkonzentration konstant zu halten. Bis zu einem Liter pro Stunde können über den Urin maximal ausgeschieden werden. Nimmt man aber mehr Wasser zu sich, als die Nieren in der Zeit eliminieren können, verdünnt sich zunächst die Flüssigkeit außerhalb der Zellen. Als Folge fließt vermehrt Wasser in die Zellen hinein, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Doch das hat gravierende Folgen: "Eine solche Verschiebung ist besonders fatal im Gehirn", sagt Just. "Denn im Schädel steht kein zusätzlicher Platz zur Verfügung." Der Hirndruck steigt, was zunächst zu Verwirrtheit, Übelkeit und Erbrechen, im Extremfall zu Bewusstlosigkeit und Zellschäden führen kann.

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