FRAGEN SIE NUR!: Rechtsdrall, von Anfang an

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Sa, 26. September 2020

Fragen Sie nur

Warum wachsen Bohnen rechtsherum?

"Das ist angeboren", sagt Henrik Buschmann vom Botanischen Institut der Universität Osnabrück. Wie 92 Prozent aller Schlingpflanzenarten winden sich die Bohnen immer rechtsherum um einen Stab. Das ist genetisch bedingt und damit unabhängig von Sonnenstand und der Erdumdrehung – es ist nämlich sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel so. Aber wie schaffen es die Bohnen, dass ihre Stängel gewunden wachsen? Buschmann: "Bei genauem Hinsehen stellt man fest, dass nicht nur die Sprossen der wachsenden Pflanze eine Helix (eine Spirale, die Red.) bilden, sondern diese auch in sich selbst verdrillt sind." Die Ursache dafür liegt Untersuchungen zufolge im Aufbau der Wände, die jede Pflanzenzelle umgeben: Die Zellulosefasern, die in den Zellwänden verlaufen und diesen Stabilität verleihen, sind vermutlich in Form einer Spirale um die Zellen gewunden. "Wenn sich diese Zellen nun während des Wachstums strecken, dann bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als sich zu verdrillen. Das Verhalten der einzelnen Zellen erzeugt also in Summe das Winden der ganzen Pflanze", so der Botaniker.

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