FRAGEN SIE NUR!: Zu fein und rund für den Beton

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Sa, 30. Mai 2020

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Warum wird Wüstensand nicht zum Bauen verwendet?

Sand ist ein gefragtes Gut. Der Rohstoff wird in großen Mengen für den Bau von Straßen und Häusern eingesetzt. Mancherorts herrscht deshalb heute schon Knappheit. Warum greift man nicht einfach auf Wüstensand zurück? "Der Sand, der in den Sandwüsten vorliegt, besteht vorwiegend aus Quarz", erklärt Bernd Eber, Laborleiter Südbayerisches Portland Zementwerk. "Aufgrund der chemischen und mineralogischen Zusammensetzung würde prinzipiell nichts gegen einen Einsatz im Beton sprechen." Aber leider machen die Korngröße und die Kornform von Wüstensand einen Strich durch die Rechnung: "Ein für Beton geeigneter Sand benötigt eine gleichmäßige Verteilung von 0,06 bis zwei Millimetern großen Körnern. Beim Wüstensand handelt es sich hauptsächlich um Feinsand, bei dem die größeren Anteile zwischen ein und zwei Millimeter fehlen", so Eber. Außerdem sind die Körner sehr rund, sie besitzen keinerlei Kanten. So können sie sich weder untereinander noch mit dem Zementstein verhaken, sodass Beton aus Wüstensand nicht die nötige Festigkeit erreicht.

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