Großer Traum in Wittlingen, kleine Hoffnung in Hausen

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Do, 14. März 2019

Frauenfussball

Fußballerinnen vor dem Rückrundenauftakt in der Verbandsliga.

FRAUENFUSSBALL. So unterschiedlich die Zielsetzungen der einzelnen Clubs sein mögen, am Ende der Winterpause eint sie oft der Eindruck einer suboptimalen Vorbereitung. Witterung, Verletzungen, Krankheiten, Fasnet – da schrillen bei den Trainern die Alarmglocken. Das ist bei den Verbandsliga-Fußballerinnen vor dem Rückrundenauftakt am Wochenende nicht anders. So war auch beim FC Wittlingen der Trainingsbetrieb beeinträchtigt, "die Vorbereitung lief nicht ganz zufriedenstellend", sagt Coach Werner Reich, der mehrere Ausfälle zu beklagen hatte. Doch ist er zuversichtlich, dass bis zum Auftakt am Sonntag beim PSV Freiburg 13 Spielerinnen fit seien.

In der Winterpause hat der Tabellendritte ein Trainingslager in Freudenstadt abgehalten, "eine tolle Sache", schwärmt Reich, auch wenn er nur zwei Übungseinheiten im taktischen Bereich absolvieren konnte. Selbstbewusst startet der FCW in die Rückrunde, "die Vorrunde ist optimal gelaufen", sagt Reich. Sein Team hat die Vorgabe, defensiv besser zu stehen, eindrucksvoll umgesetzt und kassierte die wenigsten Gegentore (sieben). Und "nach vorne haben wir schon Qualität".

Im Titelrennen sieht Reich vier Konkurrenten, bis zur SG Vimbuch auf Rang fünf. Und gesetzt den Fall, dass sich Wittlingen die Krone schnappt – wie steht der Club zum Thema Oberliga? "Da reden wir erst drüber, wenn es soweit ist", wiegelt Reich charmant ab, "wir lassen das auf uns zukommen." Zu den Meisterkandidaten zählt auch der FC Hochrhein, wobei der Rangzweite nicht so breit aufgestellt scheint wie Primus FC Freiburg-St. Georgen. So gehen über die Hälfte der 28 Hochrhein-Tore auf das Konto von Liga-Top-Torjägerin Nina Sardu (15 Treffer).

Luxussorgen, mag man sich beim FC Hausen denken. Die Ausbeute des Schlusslichts: magere sieben Saisontore. Kein einziger Sieg und nur zwei Punkte auf dem Konto legen Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit nahe, doch "wir haben immer mitgehalten", betont Coach Bernhard Zimmermann. Dem Aufsteiger fehlte " die Abgeklärtheit vor dem Tor", der Mangel an Effizienz ließ Zimmermann häufig verzweifeln. Am Wochenende ist sein Team spielfrei und greift erst eine Woche später ins Geschehen ein. Zeit, um im Training weiter an Elementen wie Passsicherheit und Abschluss zu feilen.

Die Ausgangslage im März 2017 war nahezu identisch, damals verfehlte Hausen den Verbandsliga-Verbleib. Doch "die Mannschaft ist intakt, lernwillig und lernfähig", sagt Zimmermann, der Wille sei ebenso wie das Selbstvertrauen vorhanden. Seine Elf sei nicht schlechter als die Konkurrenz, "das müssen wir auf dem Platz umsetzen". Doch: Der Druck lastet auf Hausen, "es müssen Punkte her", weiß Zimmermann. Und das schleunigst. "Die ersten vier Spiele werden entscheidend sein."