Mehr Masken, nur noch kleine Feiern

Uwe Mauch und Joachim Röderer

Von Uwe Mauch & Joachim Röderer

Sa, 17. Oktober 2020

Freiburg

Nach dem Überschreiten des Warnwerts gelten in Freiburg nun strengere Corona-Regeln / Sieben-Tage-Inzidenz jetzt bei 41,1 Fällen.

. Das Gesundheitsamt hat am Freitag für Freiburg 27 neue Coronavirus-Fälle gemeldet. Der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte damit auf 41,1 Fälle je 100 000 Einwohner und Woche. Die Stadt verschärft deswegen die Corona-Regeln: Es gilt nun eine weitreichende Maskenpflicht, und die erlaubte Personenzahl für Feiern und sonstige Zusammenkünfte wird heruntergesetzt.

Aus der Quarantäne heraus hat die Stadtspitze eine neue Allgemeinverordnung auf den Weg gebracht. Von Samstag an gilt:
Beschränkte Teilnehmerzahl: Bei Feierlichkeiten im öffentlichen Raum wird die Teilnehmerzahl auf 25 Personen beschränkt und auf 15 Personen in privaten Räumen.
Maskenpflicht: Eine Mund-Nasen-Bedeckung wird zur Pflicht auf dem Münstermarkt, allen Wochenmärkten sowie bei allen öffentlichen Veranstaltungen wie dem Herbstvergnügen auf der Messe, das am Freitag begonnen hat (siehe Foto). Ein Mund-Nasenschutz muss auch im Kino, im Theater oder bei Stadtführungen getragen werden.

Die Stadtverwaltung geht mit diesen Masken-Regelungen über die Vorgaben des Landes hinaus: "Wir wollen alles dafür tun, dass die Zahlen nicht noch weiter steigen und wir dann in noch mehr Verschärfungen reinlaufen", sagte Oberbürgermeister Martin Horn am Freitagnachmittag der Badischen Zeitung. Wegen der steigenden Fallzahlen war schon am Vormittag das Spiel des SC Freiburg zum Geisterspiel erklärt worden. Im Amateurbereich ist Publikum erlaubt – mit Maskenpflicht.

Kontrolle: Seit Mittwoch achtet der städtische Vollzugsdienst wieder verstärkt auf die Einhaltung der Corona-Regeln, insbesondere in Gaststätten, dem Einzelhandel und bei Friseuren. Und seit dieser Woche tagt im Rathaus auch wieder der Corona-Krisenstab. Setzt sich der Trend der vergangenen Tage bei den Neuinfektionen fort, droht Freiburg schnell den nächsten Grenzwert von 50 Fällen je 100 000 Einwohnern zu reißen. Dann würden drastischere Einschränkungen gelten. "Ich hoffe, dass allen Freiburgerinnen und Freiburgern bewusst ist, dass jeder und jede einzelne mithelfen muss, um die Lage im Griff zu behalten", so Horn.

Genügend Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel

Bürgermeister Stefan Breiter sieht die Stadt durch die Erfahrungen aus der ersten Welle im Frühjahr gut gerüstet. Man habe gemeinsam mit dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ein gut gefülltes Lager an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel angelegt.

Der Oberbürgermeister und drei der vier Bürgermeister befinden sich aktuell in Quarantäne, nachdem eine Rathausmitarbeiterin positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden war. Überrascht hat einige, dass Freiburgs Bürgermeisterriege nur neun Tage nach dem Kontakt zur infizierten Mitarbeiterin in Quarantäne muss, während das Gesundheitsamt üblicherweise 14 Tage anordnet. Auf BZ-Nachfrage teilte die Behörde mit, dass die jeweilige "fachliche Einschätzung" zu unterschiedlichen Maßnahmen führen könne. Zudem gebe es Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, wie mit Menschen umzugehen sei, die in der "kritischen Infrastruktur" tätig sind. Dazu zählten neben medizinischen Personal oder Rettungskräften auch Politiker.

Ob OB Horn sowie die Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, Stefan Breiter und deren Kollegin Gerda Stuchlik am Dienstag wieder ins Büro dürfen, entscheidet sich am Montag. Ein erster Coronatest unter der Woche sei negativ ausgefallen, so Horn. Das Ergebnis des zweiten Tests bekommt er am Samstag.

Am Freitag sind neue Corona-Fälle an Freiburger Schulen gemeldet worden. An der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule wurden vier Schüler positiv getestet. Vier Klassen mit 109 Schülerinnen und Schülern sowie 26 Lehrerinnen und Lehrer sind in Quarantäne. An der Katholischen Hochschule ist ein Student positiv getestet, seine zehnköpfige Seminargruppe und zwei Dozenten sind in Quarantäne. An der beruflichen Gertrud-Luckner-Schule ist eine auszubildende Arzthelferin infiziert, ihre 24-köpfige Klasse und fünf Lehrkräfte sind in Quarantäne.