Freiburg

Archäologie als Appetitanreger: So war das Pre-Opening des Stadtjubiläums

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Fr, 22. November 2019 um 22:27 Uhr

Freiburg

"Wir wollen ordentlich feiern, und zwar das ganze Jahr": So kündigt es der OB an. 2020 zelebriert Freiburg seine 900-jährige Stadtgeschichte. Eine Ausstellung dazu wurde schon jetzt eröffnet.

Am Freitagabend ging’s los mit dem Countdown zum Freiburger Stadtjubiläum. "Wir wollen ordentlich feiern, und zwar das ganze Jahr", kündigte Oberbürgermeister Martin Horn an. Genau 40 Tage vor Beginn des Jubiläumsjahrs war sozusagen Pre-Opening mit der Eröffnung der Ausstellung "freiburg.archäologie", eines von mehr als 220 Projekten während des ganzen Jahrs.

Im vollbesetzten großen Saal des Historischen Kaufhauses sprachen dazu gleich neun Rednerinnen und Redner – im Vorfeld hatte es Kritik gegeben, weil die ursprüngliche Rednerliste ausschließlich aus Männern bestanden hatte.

Charmant und unverstellt: Jubiläumsbotschafterin Laura Kiefer

Nun hatte das Rathaus nachgerüstet und zum Beispiel Jubiläumsbotschafterin Laura Kiefer gebeten, über Freiburg zu sprechen – was die Straßenbahnfahrerin auch charmant und unverstellt tat. Ein Glück war auch, dass Christine Litz, die stellvertretende Direktorin der Städtischen Museen, auf der Bühne stand. Sie hielt eine fulminante Rede zu Gleichberechtigung, Archäologie und der neuen Ausstellung, ging sofort auf die Kritik ein und forderte unter dem Applaus des Publikums: "Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen."

Das Publikum war freiburgtypisch gemischt, von Kabarettist Matthias Deutschmann bis Margret Böhme, der Frau des verstorbenen Alt-OB, vom italienischen Konsul Frederico Lorenzo Ramaioli bis zu Stiftungsdirektorin Marianne Haardt, von Stadträtin Renate Buchen bis BZ-Alt-Herausgeber Thomas Hauser plus Vertreter aus Stadtgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur.

Sie alle erfuhren einiges über Stadtjubiläum und Archäologie von Claus Wolf, dem Präsidenten des Landesdenkmalpflegeamtes, seinem Freiburger Vertreter Bertram Jenisch, Peter Kalchthaler als Leiter des stadtgeschichtlichen Museums und Beate Grimmer-Dehn, der Direktorin des Museums Colombischlössle. Ulrike Laule und Nikolaus Gütermann stellten ihre Irene-Kyncl-Stiftung vor, die das Projekt mit 40.000 Euro gefördert hat.

Mit "freiburg.archäologie – 900 Jahre Leben in der Stadt" zeigt das Augustinermuseum von Samstag an erstmals eine umfassende stadtarchäologische Ausstellung, in der ganz normale Menschen und ihr Alltag im Mittelpunkt stehen.

Jubiläumsbier, Gespräche und Begegnungen

Zuerst aber stand die Ausstellung im Mittelpunkt: Erst verabschiedeten Jonas Hoenig und sein Kontrabass das Publikum mit einem sanft gezupften "Moon River", dann wechselte man vom Historischen Kaufhaus ins Augustinermuseum – zu Präsentationen von Funden, die jahrhundertelang in Freiburgs Erde vergraben waren, zu 3D-Animationen und zu der Veranschaulichung von Freiburger Schicksalen über neun Jahrhunderte. Dazu gab’s Jubiläumsbier von Ganter, angeregte Gespräche und Begegnungen. Kurioses am Rande: In Freiburgs Geschichte wurde, sagte OB Martin Horn, noch nie an einem runden Geburtstag gefeiert – dies ist das erste Mal.