Investition

Badenova saniert historischen Wasserbehälter auf dem Schlossberg

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 12. November 2019 um 16:06 Uhr

Freiburg

Der regionale Versorger lässt die historische Anlage am Schlossberg bis Sommer 2021 für rund 1,3 Millionen Euro technisch auf Stand bringen. In ihn passen 3,7 Millionen Liter Wasser.

Er ist nicht so spektakulär wie sein zu Recht "Wasserschlössle" genannter Kollege am Sternwald – doch auch der vor 145 Jahren gebaute Trinkwasserbehälter am Hang des Schlossbergs macht optisch richtig was her. Technisch ist das Bauwerk allerdings nicht mehr auf dem allerneuesten Stand und wird deshalb vom regionalen Versorger Badenova in den kommenden knapp zwei Jahren für rund 1,3 Millionen Euro aufwendig saniert.

Von hier werden Menschen östlich der Güterbahn mit Wasser versorgt

Der 3,7 Millionen Liter Wasser fassende Hochbehälter am Rande des Schlossbergs gehört zu den ältesten und wichtigsten Standbeinen der Freiburger Wasserversorgung. Zusammen mit dem Wasserschlössle versorgt er die Menschen östlich der Güterbahn – von Zähringen über die Altstadt bis in die Wiehre.

Unter anderem bekommen die beiden Wasserkammern eine Innenauskleidung aus Polyethylen-Platten (PE), die für eine hygienische und dichte Wandung der Kammern sorgen sollen. Diese Kunststoffplatten, so Badenova, seien speziell für Trinkwasser geeignet und zugelassen. Es bestehe keine Gefahr, dass Weichmacher ins Wasser gelangen. Aktuell sind die Behälter aus Beton im Becken-Inneren mit Chlorkautschuk gestrichen. Die Wasserkammern erhalten zudem neue Betriebsräume, welche für sämtliche Regulierungs-Armaturen benötigt werden.

Die besondere Lage am Schlossberg stellt laut Badenova eine Herausforderung für die Sanierung des Hochbehälters dar: Große Teile des Behälters, etwa die Fassade und die Bogentreppen aus rotem Sandstein im Inneren, stehen unter Denkmalschutz. Um auch diese Aspekte zu berücksichtigen, arbeitet die Badenova-Tochtergesellschaft BN-Netze mit dem Büro "IMS Ingenieure GmbH" zusammen, das über entsprechende Spezialkompetenzen verfügt. Die Arbeiten, die bereits begonnen haben, sollen im Sommer 2021 abgeschlossen werden. Während der Bauphase könne es teilweise – etwa durch die Lagerung von Material – zu Einschränkungen auf dem "Wasserplatz" oberhalb des Behälters kommen, welcher aber an sich von den Sanierungsarbeiten nicht betroffen sei.

Von außen ist nur das Betriebshaus zu sehen

Der Trinkwasserbehälter wurde 1874 bis 1876 erbaut. Zum Einsatz kamen Bruchsteine aus rotem Sandstein und Mörtel aus hydraulischem Kalk mit Dreisamsand. Die zwei fast identischen Wasserkammern bestehen jeweils aus vier langen Tonnengewölben, die über Durchgänge miteinander verbunden sind. Über zwei historische Sandstein-Bogentreppen gelangt man in die mehr als sechs Meter tiefen Wasserkammern. 1877 wurden diese zum ersten Mal mit frischem Trinkwasser gefüllt, das bis heute aus dem Wasserwerk Ebnet hochgepumpt wird. Von dort wird das Trinkwasser – das natürliche Gefälle nutzend – bis heute in das Freiburger Leitungssystem eingespeist, das in den einzelnen Haushalten endet. Die 20 Kastanienbäume auf dem "Wasserplatz", die nach der Fertigstellung 1876 gepflanzt wurde, stehen dort nach wie vor.

Von außen zu sehen ist fast nur die Fassade des Betriebshauses, während der Speicher selbst weitgehend in den Berg gegraben ist. Die Fassade ist bereits im Jahr 1992 von der unteren Stützmauer bis hin zur Balustrade restauriert worden. Der in die Stützmauer eingelassene Laufbrunnen wird mit frischem Trinkwasser aus dem Hochbehälter versorgt.

Sollte es während der Arbeiten zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Trinkwasser aus dem Wasserwerk Ebnet kommen, so könne man jederzeit verstärkt auf Wasser vom Wasserwerk Hausen an der Möhlin zurückgreifen, so Badenova-Sprecherin Yvonne Schweikhardt. Dieses wird ansonsten vor allem für die Versorgung des Freiburger Westens genutzt.

"Badenova garantiert mit der Sanierung des Trinkwasserhochbehälters eine dauerhaft zuverlässige und qualitativ hochwertige Wasserversorgung für die Bürger in Freiburg", so Badenova-Vorstand Mathias Nikolay.