Bezahlbaren Wohnraum bieten

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 22. Juli 2019

Waldkirch

Heimbau Breisgau investiert in Bestandspflege und Neubau / Von 1,1 Millionen Euro Gewinn wird 4 Prozent Dividende ausgeschüttet.

WALDKIRCH/FREIBURG (BZ). Die Heimbau Breisgau eG schließt das Geschäftsjahr 2018 mit einem Gewinn von 1,1 Millionen Euro ab. Investiert wurde unter anderem in den Neubau 30 anspruchsvoller Mietwohnungen im bezahlbaren Mietpreissegment in Waldkirch-Batzenhäusle, Im Grün. Weitere Neubauprojekte sind in Elzach und Waldkirch geplant.

"Die gute Ertragslage und Liquidität unserer Genossenschaft eröffnen uns auch in den kommenden Jahren Handlungsspielräume für Investitionen in eine werteorientierte Bestandspflege und den Neubau von Mietwohnungen," konstatierte der geschäftsführende Vorstand Martin Weiner anlässlich der Präsentation des Geschäftsberichts bei der Jahresversammlung der Mitglieder. Darüber berichtet die Heimbau in einer umfangreichen Pressemitteilung.

Insgesamt 4,6 Millionen Euro investierte die Baugenossenschaft demnach im vergangenen Geschäftsjahr in Modernisierung und Neubau. Davon flossen 2,0 Millionen in den Neubau von 30 Mietwohnungen in Waldkirch-Batzenhäusle und 2,6 Millionen in Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. "Es waren die höchsten Instandhaltungsaufwendungen in der Geschichte der Heimbau," so Weiner. Um die Bestandsgebäude aus den 1950er Jahren fit für die Zukunft zu machen, wurden 2017 und 2018 1,5 Millionen Euro in die Gesamtmodernisierung eines Gebäudeensembles in Freiburg-Stühlinger investiert.

Umsatzerlöse in Höhe von 10,1 Millionen Euro (Vorjahr 9,8 Millionen Euro) erzielte die Heimbau aus der Hausbewirtschaftung, der Wohnungseigentumsverwaltung sowie aus Anlageerträgen. Der Jahresüberschuss von 1,07 Millionen Euro sank im Vergleich zum Vorjahr (1,4 Millionen Euro) aufgrund eines geringeren Deckungsbeitrags bei der Hausbewirtschaftung. Grund dafür ist: Die Heimbau verzichtete nach der Gesamtsanierung des genannten Karrees in Freiburg-Stühlinger darauf, die Kosten von 1,5 Millionen Euro in voller Höhe als Modernisierungszuschlag auf die Mieten umzulegen. Ziel sei es stets, betont Vorstandschef Weiner, den Mietenanstieg moderat zu halten und den Bewohnern zu allen Zeiten bezahlbares Wohnen zu bieten. Dabei macht der dort sanierte Wohnungsbestand mit 90 Mietwohnungen immerhin acht Prozent des Freiburger Wohnungsbestandes der Heimbau aus.

Trotz der Zugänge an Neubauwohnungen in den vergangenen Jahren in Waldkirch erhöhte sich die durchschnittliche Nettomiete der Wohnungen nur um 11 Cent je Quadratmeter – von 6,91 Euro/qm im Vorjahr auf 7,02 Euro Euro/qm in 2018. Zum Vergleich: Die Durchschnittsmiete des Freiburger Mietspiegels stieg zum Jahresbeginn 2019 um 31 Cent auf 8,56 Euro/qm und liegt damit um 1,54 Euro höher als bei der Heimbau. Bei den Neubauwohnungen bemüht sich die Genossenschaft, die Mietpreise, sofern wirtschaftlich machbar, möglichst unter 10 Euro anzusetzen.

Jahr für Jahr erfährt die Heimbau Breisgau einen kontinuierlichen Mitgliederzuwachs, 2018 waren es insgesamt 370 Neumitglieder (Vorjahr 303). Damit verbunden ist stets auch der Erwerb eines Geschäftsanteils in Höhe von 325 Euro. Die Mitglieder hielten zum Jahresende nach Zu- und Abgängen insgesamt 19 375 Anteile mit einem Einlagevolumen von 6,3 Millionen Euro.

Soziale Verantwortung und zukünftige Investitionen

Eigentlich könnte sich die Heimbau darauf beschränken, ihren Mietwohnungsbestand in Freiburg, Gundelfingen, Waldkirch und Teningen in zeitgemäßem Zustand zu halten, hieß es in der Versammlung – wären da aber nicht die wachsende Zahl der Mitglieder und das soziale Verantwortungsbewusstsein der Baugenossenschaft, deren Mitgliederzahl zum 30. Juni 2019 bereits die 4000er-Marke überschritten hat. Rund 700 Mitglieder warten derzeit auf eine Mietwohnung aus dem Bestand der Heimbau. Die Wartezeiten betragen je nach Wohnlage und Wohnort ein bis fünf Jahre. "Manchmal hat man Glück und es geht schneller", sagt Weiner.

Um bezahlbare Mietwohnungen für Familien und Personen mit geringem oder mittlerem Einkommen zu schaffen, engagiert sich die Heimbau seit Jahren im Neubau von Mietwohnungen. Aufgrund fehlender oder zu teurer Baugrundstücke in Freiburg allerdings vornehmlich im Breisgau. Aktuell realisiert die Heimbau 15 Wohnungen in der Blumenstraße in Gundelfingen mit einem Investitionsvolumen von 4,1 Millionen Euro und bereitet den Baustart für 12 Wohnungen samt Tiefgarage in Elzach (3,1 Millionen Euro) vor. Die Neubauwohnungen in Gundelfingen sollen im Juni 2020 bezugsfertig sein und werden mit einer Durchschnittsmiete von 9,50 Euro/qm an Mitglieder aus Gundelfingen vermietet. Für 2020 ist außerdem die Nachverdichtung auf eigenem Grundstück in der Hödlerstraße 47 in Waldkirch mit einem Sechsfamilienhaus geplant.

Die Genossenschaft wolle 27 Millionen Euro im Zeitraum 2019 bis 2022 für den Wohnungsneubau ausgeben sowie rund 10 Millionen Euro für Modernisierung und Instandhaltung. "Die energetische Sanierung unserer Wohngebäude ist zu 90 Prozent abgeschlossen," erklärt Vorstand Weiner. Zwischenzeitlich rücken jedoch Häuser, die in den 1990er Jahren modernisiert oder neu gebaut wurden, wieder in den Fokus. Die geplanten Investitionen für Instandhaltung und Modernisierung möchte die Heimbau aus Eigenmitteln stemmen, um Mietzuschläge möglichst gering zu halten.

Nach Erläuterung des Geschäftsberichts und Jahresabschlusses erteilte die Mitgliederversammlung dem geschäftsführenden Vorstand Martin Weiner (Freiburg) und seinem nebenamtlichen Vorstandskollegen Hugo Ruppenthal (Waldkirch) sowie dem Aufsichtsrat Entlastung. Ferner stimmten die Mitglieder dem Vorschlag zu, den Bilanzgewinn von 236 558 Euro als Dividende (vier Prozent) an die Mitglieder auszuschütten.

Beschlossen wurde zudem, das Aufsichtsratsgremium von zehn auf acht Mitglieder zu verkleinern (satzungsgemäß würden drei genügen). Bei den turnusgemäßen Aufsichtsratswahlen schieden die über Jahrzehnte in der Heimbau Breisgau beziehungsweise den früheren Baugenossenschaften Teningen und Waldkirch tätigen Aufsichtsratsmitglieder Hanna Paul-Bergmann (Waldkirch), Gerd Huber (Freiburg) und Richard Leibinger (Waldkirch) satzungsgemäß wegen Erreichen der Altersgrenze aus ihrem Amt. Neu im Aufsichtsrat ist Monika Holderied (Gundelfingen).

Mitglieder: 3883

Geschäftsanteile à 325 Euro: 19375

Mitarbeiter: 19

Mietwohnungsbestand: 1265

Gewerbeeinheiten: 26

Garagen und Tiefgaragenstellplätze: 710

Nettokaltmiete Wohnen: 7,02 Euro/qm

Bilanzsumme 2018: 71 Millionen Euro

Jahresüberschuss: 1,43 Mio. Euro

Bau- und Investitionsvolumen: 4,6 Millionen Euro (davon 2 Mio. Neubau)